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Aus- und Weiterbildung

    Eine Einführung von Andrea Czepek


    Der Zugang zum Beruf des Journalismus ist in Deutschland nicht geregelt. Der Unterschied zu anderen Professionen ist durch die in der Verfassung garantierte Presse- und Meinungsfreiheit begründet. Allerdings verlangen Verlage und Rundfunkanstalten für eine Festanstellung als Redakteur in der Regel ein abgeschlossenes Volontariat und ein Hochschulstudium. Ein reines Journalistik-Studium bieten in Deutschland nur noch wenige Universitäten und Fachhochschulen an. Ein häufiger Ausbildungsweg ist deshalb auch ein Fachstudium, ergänzt durch → Weiterbildung im Journalismus.

    Journalistenausbildung:

    Als Journalistenausbildung ist hier die Vorbereitung auf den Beruf des Journalisten gemeint. Im Gegensatz zur umfassenderen, auf die ganzheitliche Entfaltung des Geistes ausgerichtete ‘Bildung’ wird unter ‘Ausbildung’ die Aneignung von bestimmten für die Ausübung des Berufs notwendigen Fertigkeiten verstanden.

    Geschichte:

    Es gibt in Deutschland keine vorgeschriebene Berufsausbildung für Journalisten; der Zugang zu diesem Beruf ist offen. Das ergibt sich aus der in Artikel 5 des Grundgesetzes verankerten Pressefreiheit. Jeder hat demnach das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild zu veröffentlichen.

    Verlage und Rundfunkanstalten verlangen für eine Festanstellung in der Regel jedoch eine ein- bis zweijährige Ausbildung in einer Redaktion, das so genannte Volontariat. Darüber hinaus haben die meisten fest angestellten Journalisten heute ein Hochschulstudium absolviert (Journalistik oder ein Fachstudium) oder eine Journalistenschule besucht.

    Traditionell wird Journalismus in Deutschland ‘on the job’ erlernt, was zum Teil auf der Vorstellung vom Journalismus als Begabungsberuf bzw. als künstlerischer Beruf beruht. Noch bei der Diskussion um eine hochschulgebundene Journalistenausbildung in den 1970er Jahren herrschte bei vielen Berufspraktikern die Auffassung vor, Journalismus könne man nicht lernen.

    Offensichtliche Mängel an der rein praktischen Ausbildung und die hohen gesellschaftlichen Erwartungen an den Journalismus trugen zu einer Veränderung dieser Auffassung in den 1970er Jahren bei. Die Verleger sahen die Unzulänglichkeiten des Volontariats und wollten es durch eine passende Hochschulausbildung ergänzt sehen. Auf der anderen Seite wurde deutlich, dass die herkömmlichen Publizistik- und Germanistikstudiengänge andere Schwerpunkte setzten und als Ausbildung für Journalisten nur bedingt geeignet waren. Aus diesen Überlegungen heraus wurden in Kooperation von Verlegern, Hochschulen und Landesvertretern in Dortmund, München und Hohenheim die ersten Journalistikstudiengänge eingerichtet.

    Eine bessere Ausbildung von Journalisten soll zum Erhalt und zur Verbesserung der → Qualität von Journalismus beitragen. Barbara Eschenauer beispielsweise, Leiterin der Evangelischen Medienakademie in Berlin, sieht in der Qualität der Aus- und Fortbildung ein Korrektiv für einen Qualitätsverlust im Journalismus (vgl. Altmeppen/Hömberg 2002). Die Berufspraxis solle in den Studiengängen und an den Journalistenschulen nicht nur abgebildet, sondern auch analysiert und weiterentwickelt werden. Inhalte der Journalistenausbildung sind entsprechend nicht nur handwerkliche und fachliche, sondern auch ethische Kompetenzen.

    Gegenwärtiger Zustand:

    Seit dem Ende der Expansion im Medienbereich Anfang des neuen Jahrtausends ist die Zahl der Stellenangebote im Journalismus stark zurückgegangen, die Begeisterung für den Beruf als Traumberuf der Jugendlichen ist jedoch ungebrochen. Durch den daraus resultierenden hohen Konkurrenzdruck ist eine fundierte, meist mehrstufige Ausbildung de facto eine Voraussetzung für eine Festanstellung im Journalismus geworden. Diese besteht in der Regel aus den Elementen Abitur, Hochschulstudium (unterschiedliche Fachrichtungen), parallel freie Mitarbeit oder Praktika im Medienbereich sowie anschließend Journalistenschule oder Volontariat.

    Aufgrund der hohen Nachfrage nach Ausbildungsgängen in diesem Bereich sind seit den 1990er Jahren in Deutschland einige neue Studiengänge entstanden (siehe → Journalistikstudium [in Vorbereitung]). Besonders an Fachhochschulen, die Ende der 1990er Jahre unter dem Druck standen, ihre wenig nachgefragten Technik-Studiengänge zu diversifizieren, entstanden mehrere neue Angebote, die in Kombination mit Technik- oder Wirtschaftsfächern besondere Akzente setzen und auf eine hohe Berufsbezogenheit Wert legen. Gleichzeitig wurden traditionsreiche Angebote wieder abgebaut. Trotz hoher Bewerberzahlen blieben die Journalistik-Institute an den Universitäten und Hochschulen klein, durch die praxisnahe Ausbildung aber teuer – eine schwierige Position innerhalb der Hochschulen.

    Die meisten Universitäten bieten Journalistik nur noch als Master-Studiengang an, der auf einem anderen Bachelor-Studiengang aufbaut (Leipzig seit 2005, Hamburg seit 2006, München seit 2008). Die einzigen deutschen Universitäten, die noch einen Bachelor-Studiengang Journalistik anbieten, sind die TU Dortmund und die katholische Universität Eichstätt. Zum Wintersemester 2015/16 hat auch die Hochschule Bremen ihren internationalen Studiengang Journalistik eingestellt.

    Da sich das Berufsfeld immer mehr ausdifferenziert und die Grenzen zu anderen Medienberufen sowie zur Öffentlichkeitsarbeit verwischen, zeichnet sich eine weitere inhaltliche Festlegung eines bestimmten Ausbildungsweges nicht ab. Eine Herausforderung für die Journalistenausbildung ist dabei, die rasanten Entwicklungen der Digitalisierung im Medienbereich angemessen in die Ausbildung zu integrieren und darauf vorzubereiten.

    Forschungsstand:

    Die Kommunikatorforschung hat die Journalistenausbildung im Zusammenhang mit der Frage der Professionalisierung des Journalistenberufs diskutiert. Als Professionen gelten Berufe, für die eine hohe Kompetenz erforderlich ist, die nicht nur auf den Markt ausgerichtet sind und die hohes Ansehen genießen, wie etwa Juristen, Geistliche, Mediziner und Wissenschaftler. Erörtert wurde einerseits, ob der Journalistenberuf Tendenzen der Professionalisierung aufweist und welche Folgen dies für das Selbstverständnis von Journalisten haben könnte, und darauf aufbauend, ob eine Professionalisierung des Journalismus überhaupt wünschenswert sei (Weischenberg 1995). Zentral war die Frage, ob es eine systematische Ausbildung geben könne oder ob die Berufstechniken des Journalismus „auch ohne theoretische Ausbildung von begabten Berufslaien erlernt werden“ können (Kepplinger/Vohl 1976, zit. nach Weischenberg 1995). Untersuchungen zum Professionalisierungsgrad haben in Deutschland etwa Langenbucher (1974/75), Donsbach (1982) und Weischenberg (1990) gemacht.

    Zum einführenden Artikel über Weiterbildung im Journalismus

    Literatur:

    Altmeppen, Klaus-Dieter; Walter Hömberg (Hrsg.): Journalistenausbildung für eine veränderte Medienwelt. Wiesbaden [Westdeutscher Verlag] 2002

    Dernbach, Beatrice; Wiebke Loosen (Hrsg.): Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2012

    Donsbach, Wolfgang: Legitimationsprobleme des Journalismus. Gesellschaftliche Rolle der Massenmedien und berufliche Einstellungen von Journalisten. Freiburg/München [Karl Alber] 1982

    Kepplinger, Hans Mathias; Vohl, Inge: Professionalisierung des Journalismus? Theoretische Probleme und empirische Befunde. In: Rundfunk und Fernsehen, 24, 1976, S. 309-343

    Langenbucher, Wolfgang R.: Kommunikation als Beruf. Ansätze und Konsequenzen kommunikationswissenschaftlicher Berufsforschung. In: Publizistik, 3-4, 1974, 1-2, 1975, S. 256-277

    La Roche, Walther von; Gabriele Hooffacker; Klaus Meier: Einführung in den praktischen Journalismus. Mit genauer Beschreibung aller Ausbildungswege Deutschland • Österreich • Schweiz. 19. Auflage. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2013

    Mast, Claudia: Berufsziel Journalismus. Aufgaben, Anforderungen und Ansprechpartner. 2. Auflage. Wiesbaden [Westdeutscher Verlag] 2000

    Müller, Wiebke: Journalistenausbildung in Europa. Berlin [Vistas] 1999

    Neubert, Kurt; Helmut Scherer (Hrsg.): Die Zukunft der Kommunikationsberufe. Konstanz [UVK] 2004

    Weischenberg, Siegfried (Hrsg.): Journalismus & Kompetenz. Qualifizierung und Rekrutierung für Medienberufe. Opladen [Westdeutscher Verlag] 1990

    Weischenberg, Siegfried: Journalistik. Theorie und Praxis aktueller Medienkommunikation. Band 2: Medientechnik, Medienfunktionen, Medienakteure. Opladen [Westdeutscher Verlag] 1995

Andrea Czepek
Andrea Czepek
*1966, Prof. Dr., ist seit 2003 Professorin für Journalismus an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Arbeitsschwerpunkte: Pressefreiheit, Medienkonzentration und Vielfalt, internationaler Journalismus. Andrea Czepek hat zur Ausbildung im Journalismus einen → Einführungsbeitrag geschrieben.

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Volontär*in

Wortherkunft: Stammt aus der französischen Militärsprache zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Der Volontier/Volonteur (frz. volontaire = freiwillig) ist der freiwillig ohne Sold dienende Soldat; ab Mitte des 19. Jahrhunderts in zivile Bereiche übertragen, v. a. beruflich in den kaufmännischen Bereich oder eine Redaktion (DWDS).

Definition:

Eine Volontärin/ein Volontär ist eine Auszubildende/ein Auszubildender in einer Redaktion, die sowohl in Medien als auch in der Presseabteilung anderer Wirtschaftsbetriebe angesiedelt sein kann. In der Regel dauert die Ausbildung zwei Jahre und wird tariflich vergütet (DJV).

Geschichte:
Der Journalismus galt bis ins 20. Jahrhundert hinein als Begabungsberuf. Mit der Verberuflichung ab Mitte des 19. Jahrhunderts stiegen die Anforderungen an die Qualifikationen und Kompetenzen der → Journalisten. Schon vor dem Ersten Weltkrieg begann eine Diskussion um die Theorie-Praxis-Ausbildung, die bis heute andauert. Die ersten Verleger- und Journalistenverbände stritten über die Frage, ob Journalisten völlig frei in der Praxis ausgebildet und zusätzlich an einer Hochschule Zeitungskunde studieren sollten (Mohm 1964). In einer Resolution beschlossen die Delegierten bei der Versammlung des Reichsverbandes der deutschen Presse im Mai 1913, dass die „praktische journalistische Berufsbildung […] gemeinsame Sache der Verleger und Journalisten“ und „nur im Zeitungsbetriebe selbst möglich“ sei (Mohm 1964: 44). Die Verbände sollten Ausbildungsmöglichkeiten erörtern und feststellen, „welche Zeitungen gewillt und geeignet sind, Volontäre aufzunehmen und zu schulen“ (ebd.). Gleichzeitig sollten auf die neu einzurichtenden Lehrstühle für Zeitungskunde Persönlichkeiten berufen werden, „denen Erfahrungen aus der Praxis zur Verfügung stehen“ (ebd.).

Die beiden Weltkriege unterbrachen die Debatte, die nach 1945 aber schnell wieder aufgenommen wurde. In deren Zentrum blieb die Uneinigkeit in der Frage der notwendigen Akademisierung in Form von Journalistik-Studiengängen an Universitäten und Hochschulen, deren Zahl ab den 1970er Jahren (Hömberg 2002;  Harnischmacher 2010) stark anstieg. Für das Volontariat wurden Grundsätze formuliert, die der Deutsche Journalistenverband DJV als unverbindliche „minimale Rahmenbedingungen“ betrachtete (DJV 2020). Rechtssicherheit brachte erst der 1990 in Kraft getretene Tarifvertrag, der 2016 überarbeitet wurde und frühestens ab Ende 2020 kündbar ist (BDZV 2016). Das Volontariat muss demnach in mindestens drei Ressorts oder Themenfeldern absolviert werden; ein → Ausbildungsredakteur trifft sich regelmäßig mit den Auszubildenden; außerdem sind im Ausbildungsplan auch außerbetriebliche Maßnahmen festzulegen, wie beispielsweise Seminare an Akademien.

Gegenwärtiger Zustand:
Die Zweigleisigkeit des akademischen und des berufspraktischen Weges in den Journalismus besteht bis heute. In Studiengänge wie die an den Universitäten Dortmund und Leipzig sind Volontariate integriert, in andere wiederum Pflichtpraktika, die allerdings ein Volontariat im Medienunternehmen (auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk) nicht ersetzen. Verlage (wie Springer, Burda, Gruner & Jahr) und private Rundfunkanstalten (wie RTL) betreiben Journalistenschulen; andere Träger (wie z. B. Kirchen, Verbände) finanzieren Akademien und Programme zur Aus- und Weiterbildung. Die großen Journalistenorganisationen DJV und dju geben Empfehlungen zu Volontariaten (Überblick in DJV 2020).

Der Abschluss des Ausbildungstarifvertrages war ein wichtiger Schritt zur weiteren Professionalisierung der Journalistenausbildung. Zwischen Verlagen und Volontären werden Verträge abgeschlossen, die Struktur, Ziele, Aufgaben und Inhalte der Ausbildung festschreiben (DJV-AG Bildung 2008, AG Volontariat Bayern 2018). Aber bis heute wird die herrschende Praxis in vielen Häusern kritisiert: Es bleibe häufig beim Learning by Doing, die verlagsinternen Schulungen seien mangelhaft und die Ausbildungsbeauftragten überfordert (Kaiser 1992). Auch Jahre später besteht die Kritik an mangelnder Betreuung, zu starker Praxisfokussierung und am Einsatz der Auszubildenden als volle Arbeitskräfte (Feyder 2000). Aktuell werden die Einstiegsmöglichkeiten in die Branche als „so gut wie seit Jahren nicht mehr“ bewertet (Schröder 2019: 12): Das Angebot hat sich vervielfacht und ausdifferenziert: „Rund 1400 Tageszeitungen (mit ihren Regionalredaktionen) bieten Volontariate an“ (Schröder 2019: 12). Zusätzlich zu Volontärsstellen bei Verlagen, öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunksendern sowie den über 65 Studiengängen konstatieren Experten ein „Überangebot an Ausbildungsmöglichkeiten“ (Schröder 2019: 13). Allerdings interessieren sich immer weniger junge Menschen für ein Volontariat, insbesondere bei Lokalzeitungen (Schneider 2019) – obwohl mittlerweile crossmediale Kompetenzen auf der Ausbildungsagenda stehen.

Forschungsstand:
Das Volontariat war und ist nie eigenständiger Forschungsgegenstand, sondern eingebettet in das Thema → Journalisten-Ausbildung (Altmeppen/Hömberg 2002; Harnischmacher 2010; Gossel/Konyen 2019; Dernbach 2019). Die Akademisierung in der Branche setzt sich fort: In der Mehrheit haben → Redakteure ein sozial-, geistes- oder kulturwissenschaftliches Studium abgeschlossen, seit Jahrzehnten steigt aber auch der Anteil der Absolventen im Studienfeld Journalistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft, mit im Lehrplan verankerten praktischen Seminaren; gleichzeitig ist das Volontariat fester Teil der beruflichen  Laufbahn. Im Sammelband von Britta Gossel und Kathrin Konyen sind sowohl die Bilanzen der hochschulgebundenen als auch der Praxis-Ausbildung selbstkritisch positiv. Aber eine empirische Studie (Gossel 2019) zeigt, dass die Digitalisierung einerseits und die seit Jahren fortschreitende Selbstständigkeit neue Kompetenzen erfordern, vor allem technische im Umgang mit den digitalen Verbreitungskanälen und unternehmerische als freie Journalisten. Die Ausbildungseinrichtungen stellen sich darauf offensichtlich nur langsam ein. Angesichts des rasanten Wandels der Medien und des Journalismus wird sich dieses Dilemma so schnell nicht auflösen: Für die Ausbildungseinrichtungen bleibt weiter die Herausforderung bestehen, ob sie Volontäre „fit für den Markt“ machen und/oder sie zeitgemäß auf den Beruf und ihre Tätigkeit in ihrem Unternehmen vorbereiten (Gossel/Konyen 2019b).

Literatur:

Altmeppen, Klaus-Dieter; Walter Hömberg: Traditionelle Prämissen und neue Ausbildungsangebote. Kontinuitäten oder Fortschritte in der Journalistenausbildung? In: dies. (Hrsg.): Journalistenausbildung für eine veränderte Medienwelt. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2002, S. 7-13.

Arbeitskreis Volontariat Bayern:  Muster-Curriculum für die Ausbildung von Volontären und Volontärinnen in Bayern, 2018. https://volontariat-bayern.de/de/infos-rund-ums-volontariat [20.07.2020]

BDZV: Tarifvertrag über das Redaktionsvolontariat, 2016. https://www.bdzv.de/fileadmin/user_upload/Tarifvertrag_Volontariat_Tageszeitungen_2016.pdf [20.07.2020]

Dernbach, Beatrice: Der wissenschaftlich-analytische Blick auf die akademische Journalistenausbildung in Deutschland. In: Gossel, Britta M.; Kathrin Konyen (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019, S. 71-79.

Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju): Volontariat im Journalismus. https://dju.verdi.de/junge-dju/aus-und-weiterbildung/++co++e8d4a1e2-df04-11e2-8244-525400438ccf [20.07.2020]

DJV: Journalist werden: Das Volontariat. 2020. https://www.djv.de/startseite/info/themen-wissen/aus-und-weiterbildung/volontariat.html [20.07.2020]

DJV: Journalistische Ausbildung im Redaktionsvolontariat. https://www.djv.de/fileadmin/user_upload/Der_DJV/DJV_Infobrosch%C3%BCren/DJV_INFO_Redaktionsvolontariat_Torstr..pdf [20.07.2020]

DJV-AG Bildung und Qualität: Musterausbildungsplan für Volontärinnen/Volontäre an Tageszeitungen. 2008. https://www.djv.de/startseite/info/themen-wissen/aus-und-weiterbildung/mustervertraege-ausbildungsplaene-und-vordrucke [04.08.2020]

DWDS: Volontär. https://www.dwds.de/wb/Volont%C3%A4r [20.07.2020]
Feyder, Manuela: Start-up im Team. In: Journalist, 12, 2000, S. 12-17.

Fleischer, Walburga: Schüler statt Volontäre. In: Journalist, 10, 2000, S. 58-59.

Gossel, Britta M.: Eine empirische Studie zur Journalistenausbildung aus Sicht junger Journalistinnen und Journalisten. In: Gossel, Britta M.; Kathrin Konyen (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019, S. 7-68.

Gossel, Britta M.; Kathrin Konyen: Einleitung. In: dies. (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019a, S. 1-6.

Gossel, Britta M.; Konyen, Kathrin: Und nun? Quo Vadis Journalistenausbildung? In: dies. (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019b, S. 203-207.

Harnischmacher, Michael (2010): Journalistenausbildung im Umbruch. Konstanz [UVK] 2010.

Hömberg, Walter: Expansion und Differenzierung. Journalismus und Journalistenausbildung in den vergangenen drei Jahrzehnten. In: Altmeppen, Klaus-Dieter; Walter Hömberg (Hrsg.): Journalistenausbildung für eine veränderte Medienwelt. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2002, S. 17-30.

Kaiser, Ulrike: Ausbildung nach dem Tarifvertrag: Hürden-Lauf. In: Journalist, 11, 1992, S. 10-17.

Mohm, Siegfried H.: Die Ausbildung des Journalisten-Nachwuchses in Deutschland. Nürnberg [Universität Dissertation] 1964.

Schneider, Annika: Zukunft des Zeitungsvolontariats: Bewerbermangel bei Lokalblättern, 2019. https://www.deutschlandfunk.de/zukunft-des-zeitungsvolontariats-bewerbermangel-bei.2907.de.html?dram:article_id=442307 (20.07.2020)

Schröder, Catalina: Die Chancen stehen gut.
Journalist 9, 2019, S. 12-19.

Volontariat


Das Volontariat ist eine Ausbildung in einer Redaktion, die sowohl in Medien als auch in der Presseabteilung anderer Wirtschaftsbetriebe angesiedelt sein kann. In der Regel dauert die Ausbildung der Volontäre/Volontärinnen zwei Jahre und wird tariflich vergütet.
Siehe → Volontär

Weiterbildung im Journalismus

Seminar_rido_clipdealer_comWeiterbildung bezeichnet organisiertes, also in Kursen strukturiertes Lernen, das zeitlich nach einer ersten Lernphase bzw. nach dem Erwerb eines Berufs- oder Hochschulabschlusses stattfindet. Es gibt Weiterbildungsangebote für Hochschulabsolventen und berufsbegleitende Angebote. Im Journalismus dient Weiterbildung zur Vertiefung von Spezialgebieten und zur Aneignung neuer Techniken (z. B. digitale Arbeitsprozesse). Da der Berufszugang nicht geregelt ist, wird Journalistenweiterbildung auch von Quereinsteigern aus anderen Berufen oder mit fachfremden Hochschulabschlüssen genutzt, um journalistische Fachkenntnisse zu verbessern.

Die Weiterbildungsangebote für Journalisten lassen sich in Deutschland zwei Gruppen zuordnen:

1) Verbände, Parteien, Stiftungen und Interessengruppen informieren Journalisten in Seminaren über ihre Themengebiete.

2) Etwa 20 Weiterbildungsinstitute bieten Kurse zu → journalistischen Arbeitstechniken und anderen Journalismus-Themen an. Kerngeschäft vieler Weiterbildungsinstitute sind die Volontärskurse. Laut Tarifvertrag haben Volontäre Anspruch auf eine überbetriebliche Weiterbildung zusätzlich zu ihrer praktischen Ausbildung in den Verlagen. Die Verlagshäuser und kleinen Rundfunksender, die nicht über eigene Journalistenschulen verfügen, schicken ihre Volontäre dazu in Kurse der Akademien.

Die journalistischen Weiterbildungsinstitute befinden sich allerdings in einer finanziellen Krise. Dafür gibt es mehrere Ursachen: Die Verlage bilden weniger Volontäre aus und sparen in großem Umfang zusätzliche Maßnahmen ein, Redakteuren wird angesichts knapp besetzter Redaktionen kaum noch Auszeit für Weiterbildung gestattet, und freie Journalisten mit knappen Einkommen haben kaum noch Ressourcen für Weiterbildung. In der Folge müssen die Akademien ihr Angebot bereits stark einschränken oder zum Teil sogar ganz schließen.

Während die Akademien kurze praxisorientierte Workshops zu bestimmten Themen anbieten, hatte sich der Studiengang Journalisten-Weiterbildung an der Freien Universität Berlin (gegründet 1979) vorgenommen, in einer Mischung aus Fern- und Präsenzstudium das theoretische Hintergrundwissen von berufstätigen Journalisten zu vertiefen. Das berufsbegleitende, sechssemestrige Studium vermittelte wissenschaftliche Grundlagen, damit journalistische Tätigkeiten reflektierter angegangen werden können. Jedoch hat das Land Berlin die Finanzierung des Studiengangs gestrichen, seit 2003 werden keine neuen Studierenden mehr aufgenommen und der Studienbetrieb wurde 2005 eingestellt.

Neue Angebote entstehen unter den Master-Studiengängen, z. B. ‘Journalism, Media and Globalisation’, ein zweijähriges Master-Programm der Universität Hamburg, das an der ‘Danish School of Journalism’ in Aarhus beginnt und in Hamburg, Amsterdam, London oder im walisischen Swansea fortgesetzt wird. Der Master-Studiengang richtet sich an Journalisten, die bereits einen Bachelor oder einen anderen Hochschulabschluss haben (siehe auch → Journalistische Ausbildung).

Hier eine Auswahl offizieller journalistischer Weiterbildungsangebote bzw. Web-Präsenzen renommierter Weiterbildungsinstitute auf dem Gebiet des Journalismus:

Literatur:

Ruß-Mohl, Stephan: Journalistenweiterbildung. Cloning als Prinzip. In: Publizistik, 4, 1990, S. 428-441