Redaktionsorganisation

    Eine Einführung von Bernd Blöbaum

    Redaktionsorganisation steht für die Redaktion eines Medienunternehmens und bezeichnet den Aufbau und die Abläufe in einer Medienredaktion. Der Begriff verdeutlicht, dass die Produktion von Medieninhalten in einer Struktur nach spezifischen Regeln und Routinen abläuft. Die Redaktionsorganisation eines Mediums ist die Redaktion, die bei vielen Medien entlang bestimmter Themen- und Ereignisfelder (Ressorts wie Sport, Politik, Wissenschaft) oder Tätigkeiten (etwa Planungs-Redaktion, Recherche-Redaktion) in Subredaktionen ausdifferenziert ist. Personell setzt sich die Redaktion aus Redakteuren zusammen, die über ihre Mitgliedsrolle Teil der Redaktion sind.

    Die historische Entwicklung von Redaktionen ist gekennzeichnet durch Größenwachstum und Spezialisierung. Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Aufgaben von Satz, Druck, Sammeln und Bearbeiten von → Nachrichten sowie Anzeigenwesen kaum getrennt. Insbesondere ab Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich redaktionelle Einheiten in den Medienunternehmen, die sich von verlegerischen und technischen Tätigkeiten abgrenzten und auf die Sammlung, Verarbeitung und Präsentation von aktuellen und relevanten Nachrichten spezialisierten.

    Die Journalismusforschung analysiert, wie Redaktionen aufgebaut sind, wie die Arbeits-, Kommunikations- und Entscheidungsprozesse in ihnen ablaufen und nach welchen Regeln und mit welchen Routinen Redaktionen agieren. Die Pionierstudie zur Redaktionsforschung in Deutschland hat Manfred Rühl 1969 veröffentlicht: Die Zeitungsredaktion als organisiertes soziales System.

    Auf der Basis von Beobachtungen und Gesprächen in der Redaktion einer Regionalzeitung schildert der Wissenschaftler, wie redaktionelle Entscheidungen zustande kommen, wie die Redaktion mit anderen Abteilungen des Medienunternehmens und mit ihrer gesellschaftlichen Umwelt kommuniziert.

    Die Redaktionsforschung hat herausgearbeitet, dass Redaktionsorganisationen vertikal entlang einer Hierarchie (Chefredaktion, Redaktionsleiter, Redakteur, Volontär) und horizontal (Politik-, Sport-, Wirtschaftsredaktionen etc.) differenziert sind. Teilredaktionen arbeiten jeweils auf Grundlage von eigenen redaktionellen Entscheidungsprogrammen, die Redakteure in ihrer → Ausbildung und während ihrer beruflichen Sozialisation erlernen. Redaktionsmitglieder haben diese Programme anzuerkennen. Die Ausgestaltung der redaktionellen Programme ist abhängig von den spezifischen Umweltbereichen (thematisch wie Kultur und Sport oder aber räumlich gesehen wie Überregionales und Lokales) oder Tätigkeiten (wie Recherchieren, Gestalten, Koordinieren), auf die sich die Redaktionsmitglieder spezialisiert haben, sowie von den Redaktionszielen (z. B. Information, Unterhaltung, Aufdeckung). Die Koordination der Gesamtredaktion sowie der Teilredaktionen erfolgt über Redaktionskonferenzen, in denen die inhaltliche Planung und die Arbeitsprozesse abgesprochen werden.

    Ökonomische und technische Bedingungen haben die Redaktionsorganisation immer beeinflusst. Nach einer Phase des Ausbaus von Redaktionen seit den 1970er Jahren und der Entstehung von neuen redaktionellen Einheiten (z. B. Medien- und Wissenschaftsredaktionen) verlieren Redaktionen etwa seit dem Jahr 2000 eher festangestellte Redakteure. Mit Online-Redaktionen reagieren aktuelle Massenmedien auf die Prozesse der Digitalisierung. In modernen Redaktionen wird die aktuelle Medienproduktion in so genannten Newsrooms bzw. am Newsdesk gesteuert. Dort sind alle Teilredaktionen und Vertriebswege vertreten. Redaktionen haben sich – auch unter ökonomischem Druck – dahingehend verändert, dass sie immer mehr zur koordinierenden, planenden und entscheidenden Zentraleinheit geworden sind, die von (freien) Journalisten angelieferte Themen verarbeitet.

    Literatur:

    Altmeppen, Klaus-Dieter: Redaktionen als Koordinationszentren. Beobachtungen journalistischen Handelns. Opladen [Westdeutscher Verlag] 1999

    Meier, Klaus: Ressort, Sparte, Team. Wahrnehmungsstrukturen und Redaktionsorganisationen im Zeitungsjournalismus. Konstanz [UVK] 2002

    Rühl, Manfred: Die Zeitungsredaktion als organisiertes soziales System. 2. Auflage. Freiburg im Üchtland [Universitätsverlag] 1979

Bernd Blöbaum
Bernd Blöbaum
*1957, ist seit 2001 Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medientheorie und Medienpraxis an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Arbeitsschwerpunkte: Journalismusforschung, Wissenschaftskommunikation, Medien und Vertrauen. Kontakt: bernd.bloebaum (at) uni-muenster.de Zum Thema Redaktionsorganisation hat Bernd Blöbaum einen → Einführungsbeitrag geschrieben.

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Outsourcing

Wortherkunft: engl. out = außerhalb; engl. sourcing = Beschaffung

Der Begriff Outsourcing bezeichnet den Vorgang, in dem Leistungen, die bisher innerhalb einer Redaktion bzw. eines Medienhauses erbracht wurden, von Dienstleistern außerhalb der eigenen Organisation erbracht werden. Beispielsweise kann eine Tageszeitung, die bisher ihre Fernsehbeilage in Eigenregie produziert hat, entscheiden, künftig die Fernsehbeilage eines redaktionellen Dienstleisters zu beziehen.

Das Outsourcing ist somit Teil des → redaktionellen Managements, in dem unter anderem darüber entschieden wird, wie genau das Unternehmen die journalistische Dienstleistung für die Nutzer beschafft. Anders formuliert: Es geht es darum, wie die Wertschöpfungskette bzw. das Wertschöpfungsnetzwerk eines journalistischen Angebots ausgestaltet wird. Bei der Definition einer Wertschöpfungskette wird festgelegt, welche internen und externen Akteure welchen Beitrag zur Wertschöpfung leisten (Wirtz 2013). Ein typischer interner Akteur in einer redaktionellen Wertschöpfungskette ist zum Beispiel der Chef vom Dienst, der die aktuelle Produktion eines journalistischen Produkts koordiniert. Ein typischer externer Akteur bzw. Dienstleister ist eine Nachrichtenagentur, die einer Redaktion nationale und internationale Beiträge zuliefert.

Outsourcing-Entscheidungen können sich auf alle Teile einer Wertschöpfungskette beziehen, also sowohl auf Kern- als auch auf Unterstützungsprozesse. Kernprozesse sind alle Teile der Wertschöpfungskette, die unmittelbar zur Erfüllung der Nutzeranforderungen beitragen, z.B. die Produktion eines journalistischen Beitrags oder die Gestaltung einer Zeitschriftenausgabe. Unterstützungsprozesse sind die Teile der Wertschöpfungskette, die notwendig sind, um die redaktionellen Aufgaben zu erledigen, aber nicht direkt im Produkt sichtbar werden. Beispiele dafür sind die Honorarabrechnung für freie Mitarbeiter oder die technische Wartung des Redaktionssystems.

Gesellschaftlich betrachtet ist Outsourcing, das Kernprozesse betrifft, in der Regel deutlich relevanter als entsprechende Leistungen bei Unterstützungsprozessen: Der Grund liegt darin, dass Outsourcing von Kernprozessen die publizistische Leistung unmittelbar beeinflusst, etwa die → journalistische Qualität oder den Beitrag eines journalistischen Angebots zur → Meinungsvielfalt. Dabei kann sich Outsourcing grundsätzlich sowohl positiv als auch negativ auf die publizistische Leistung auswirken. Der tatsächliche Effekt hängt stark vom Einzelfall ab und kann letztlich nur empirisch bestimmt werden. Outsourcing hat seit dem Rückgang der Anzeigeneinnahmen von Tageszeitungen seit dem Jahr 2000 an Bedeutung gewonnen.

Bezogen auf den Kernprozess einer Redaktion lassen sich unterschiedliche Ausprägungen des Outsourcings beobachten, die sich danach unterscheiden, wie stark sie mit Veränderungen im Produkt und der Ablauforganisation einhergehen:

Die schwächste Form des Outsourcings ist, die Produktion einzelner Beiträge auszulagern, ansonsten jedoch das publizistische Konzept und die Redaktionsstruktur unverändert zu lassen. Hier übernehmen etwa verstärkt freie Mitarbeiter Produktionsaufgaben, die bisher fest angestellten Redakteuren zugeordnet waren.

Eine mittlere Form des Outsourcings ist die komplette Auslagerung der Produktion eines Teilangebots bei unverändertem publizistischem Konzept. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn eine komplette Lokalausgabe einer Tageszeitung von einem freien Journalistenbüro erstellt wird, aber nach wie vor im System von der Zentralredaktion redigiert und layoutet wird.

Bei der stärksten Ausprägung des Outsourcings werden die Ablauforganisation und das  redaktionelle Konzept geändert. Ein klassisches Beispiel ist der Verzicht einer Zeitung auf einen eigenen Mantelteil, der stattdessen komplett bei einem Dienstleister zugekauft wird.

Outsourcing-Entscheidungen können publizistisch, qualitativ, strategisch oder betriebswirtschaftlich motiviert sein: Publizistisch kann es z.B. sinnvoll sein, sehr bewusst stärker mit freien Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, um die Diversität innerhalb der eigenen Autorenschaft zu steigern. Outsourcing kann die Qualität erhöhen, wenn man komplexe Aufgaben – etwa Datenrecherchen – an spezialisierte Dienstleister vergibt. Outsourcing kann aber auch strategisch sinnvoll sein, um die Flexibilität einer Redaktion zu erhalten, indem man Organisationseinheiten schnell einrichten und abwickeln kann, oder die Innovationsfähigkeit zu steigern, indem man neue Einheiten mit der Weiterentwicklung des eigenen Angebots betraut (Rinsdorf 2017). Outsourcing ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, wenn ein externer Dienstleister die gleiche redaktionelle Qualität zu günstigeren Preisen liefern kann. Den Kostenvorteilen stehen hier allerdings oft eine höhere Komplexität beim Management von Wertschöpfungsnetzwerken und ein geringerer Einfluss auf die Dienstleistungsqualität gegenüber.

Literatur:

Rinsdorf, Lars: Redaktionelle Strategien entwickeln. Analyse – Geschäftsmodelle – Konzeption. Stuttgart/Konstanz [UTB UVK] 2017.

Wirtz, Bernd W.: Business Model Management. Design – Instrumente – Erfolgsfaktoren von Geschäftsmodellen. 3. Auflage. Wiesbaden [SpringerGabler] 2013.

Pressefotograf

Der Pressefotograf ist neben dem Bildredakteur die zentrale Berufsrolle im → Fotojournalismus. Der Begriff findet für Akteure im Journalismus Verwendung, die aktuelle Fotografien von Ereignissen oder Personen für den redaktionellen Teil journalistischer Publikationen produzieren. Sie arbeiten sowohl für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage als auch für Bild- und Nachrichtenagenturen. Synonym werden auch die Begriffe Zeitungsfotograf, Fotoreporter oder Fotojournalist benutzt. Der Berufszugang erfolgt entweder über eine Fotografenausbildung, bzw. ein Fotostudium, oder ein Volontariat bei einer Zeitung, bzw. einer Bildagentur. Pressefotograf ist keine geschützte Berufsbezeichnung, weshalb der Beruf, wenn nicht festangestellt ausgeübt, unter die freien Berufe fällt und somit nicht als Gewerbe gilt. Bei journalistischen Medien angestellte Pressefotografen zählen laut Tarifvertrag zur Gruppe der → Redakteure.

Die Entwicklung hin zu einer eigenständigen Pressefotografie und die Ausbildung des Berufsbildes Pressefotograf gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Entscheidend dafür war die Entwicklung von Verfahren, um Fotografien in der Presse drucken zu können (vgl. Vowinckel 2016: 55). Erste hauptberuflich arbeitende Pressefotografen lassen sich in Deutschland um die Jahrhundertwende nachweisen, womit eine Phase der Professionalisierung einsetzt (vgl. Grittmann 2007: 25). Einen Dämpfer bekommt die Entwicklung im zweiten Weltkrieg durch die Degradierung freier Pressefotografen durch das NS-Regime zu „uniformierten Bildberichterstattern in den Reihen der Propaganda-Kompanien“ (Pensold 2015: 75). Mit der Weiterentwicklung der Fotografie-, Druck- und Übertragungstechnik, wie etwa der Einführung der elektronischen Bildverarbeitung (vgl. Macias 1990: 71 ff.) oder dem flächendeckenden Umstieg auf die Digitalfotografie ging immer auch eine Anpassung der Arbeitspraktiken und -routinen einher.

Heute finden sich festangestellte Pressefotografen vor allem bei Lokal- und Regionalzeitungen sowie den Bilderdiensten der Nachrichtenagenturen, wie etwa der Deutschen Presse Agentur (dpa). Im → Lokaljournalismus arbeitende Pressefotografen führen weitestgehend redaktionelle Aufträge aus und verfügen somit nur über einen geringen Grad an Autonomie. Angesichts der Krise im Zeitungsjournalismus sowie eines damit verbundenen Wandels von Arbeitsformen ist die Zukunft des Berufs Pressefotograf unklar. Vor allem überregionale Tageszeitungen ebenso wie Magazine verfügen heute kaum noch über eigene Fotoreporter. Aktuelle Zahlen zur Anzahl festangestellter Pressefotografen gibt es jedoch nicht. Mit dem heute eher gebräuchlichen Begriff Fotojournalist wird ein hybrides Berufsfeld umschrieben, in dem vor allem frei arbeitende Fotografen sowohl für journalistische Medien als auch Corporate Publikationen tätig sind.

Literatur:

Grittmann, Elke: Das politische Bild: Fotojournalismus und Pressefotografie in Theorie und Empirie. Köln [von Halem] 2007.

Macias, José: Die Entwicklung des Bildjournalismus. München [Saur] 1990.

Pensold, Wolfgang: Eine Geschichte des Fotojournalismus: Was zählt, sind die Bilder. Wiesbaden [Springer VS] 2015.

Vowinckel, Annette: Agenten der Bilder. Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert. Göttingen [Wallstein] 2016.

Redakteur

Wortherkunft: Im 18. Jahrhundert von frz. rédacteur (= Verfasser, Schriftleiter) entlehnt; Ursprung aus lat. redactum (= in einen Zustand bringen, in eine Lage versetzen).

Definition:
Die Bezeichnung Redakteur wird häufig synonym für → Journalist verwendet, die beiden Begriffe müssen jedoch unterschieden werden. Ein Journalist arbeitet hauptberuflich für Print-, Rundfunk- und Online-Medien, ist festangestellt, Pauschalist oder so genannter Freier. Bei dem Begriff Redakteur hingegen handelt es sich um eine Positionsbezeichnung innerhalb eines Betriebs. Der Redakteur ist in Presse, Hörfunk, Fernsehen oder anderen Medien bzw. Unternehmen, die publizistische Dienstleistungen anbieten, in der Regel festangestellt. Diese Position wird nach einem abgeschlossenen Volontariat oder nach einigen Jahren Berufstätigkeit erreicht (vgl. DJV Tarife 2017). Innerhalb der Redaktion ist er für ein bestimmtes Ressort zuständig und trägt dafür die Verantwortung.

Entsprechend lässt sich diese Positionsbezeichnung hierarchisch gliedern: Die Gesamtredaktion ist die Abteilung in einem Medienbetrieb, die die journalistische Arbeit erbringt, indem sie Informationen sammelt, bearbeitet und veröffentlicht. Sie wird geleitet von der Chefredaktion (auch Programmdirektion). Dazu gehört neben dem Stellvertreter der Chef vom Dienst, der die Verbindung zwischen Redaktion und anderen Abteilungen der Medienorganisation (v.a. Technik und Verlag) herstellt. Ressortleiter organisieren die jeweiligen Sachgebiete; dazu dienen auch Redaktionskonferenzen und → Newsrooms. Hinzu kommen je nach Redaktionsorganisation u.a. Ausbildungsredakteure, Leiter der Fotoredaktion oder Leiter redaktioneller Sonderausgaben.

Geschichte:
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Wochen- und Tagespresse vor allem von Druckern nebenberuflich organisiert. Die Nachrichten, die von Behörden, Ämtern und auch von nebenberuflich als Journalisten tätigen Schriftstellern in der Druckerei ankamen, wurden in der Reihenfolge ihres Eingangs gesetzt und mit Titeln versehen, die nur auf den Ort und das Datum des Geschehens hinwiesen. Mit der Entstehung der Massenpresse Mitte des 19. Jahrhunderts differenzierten sich neben der technischen auch die ökonomische und die redaktionelle Rolle heraus; die Redaktion etablierte sich als eigenständige Abteilung. Wesentliche Aufgabe war die Informationssammlung und -aufbereitung (vgl. Blöbaum 1994: 136). Die Texte wurden zunehmend selbst von den Redakteuren recherchiert bzw. die Informationen von externen Mitteilungen überprüft, die Texte in unterschiedlichen → Genres verfasst, in Ressorts sortiert und durch konkrete → Schlagzeilen und Bilder ergänzt.

Zu Beginn des Dritten Reiches gab es tausende von Zeitungen und dementsprechend viele Redakteure. Die Nationalsozialisten stärkten ihre Macht, indem sie das gesamte publizistische System ihren Propagandazwecken unterwarfen (die so genannte Gleichschaltung). Publizistisch bzw. journalistisch tätig sein durfte nur, wer den Richtlinien der Reichskulturkammer bzw. des Schriftleitergesetzes entsprach.

Aufgrund dieser Erfahrungen wurden in der Bundesrepublik Deutschland für die Tätigkeit des Redakteurs keine Normierungen des Zugangs und der Ausbildung gesetzlich fixiert. Deshalb ist die Bezeichnung Redakteur ebenso wie die des Journalisten nicht geschützt. Heutzutage bezeichnen sich auch diejenigen, die beispielsweise im Internet publizieren, häufig selbst als Redakteure, auch wenn sie nicht professionell ausgebildet worden sind.

Forschungsstand:
Diese Heterogenität des Berufsfeldes führt dazu, dass auch in der Forschung ebenfalls häufig nicht differenziert wird zwischen dem Beruf des Redakteurs und des Journalisten. Die Statistiken über die Gesamtzahl der Publizisten unterscheiden sich aufgrund der engeren und weiteren Definitionen wesentlich. Das weiteste Verständnis hat die Bundesagentur für Arbeit bzw. das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IBA), das unter der Sparte Publizisten/innen neben Journalisten und Redakteuren auch Schriftsteller, Dramaturgen und andere subsumiert. Die aktuellsten Zahlen werden für das Jahr 2011 ausgewiesen: Hier stehen rund 66.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 5300 arbeitslose Publizisten gegenüber. Hinzu kommen mehrere zehntausend Freie, deren Zahl noch schwerer zu erfassen ist (vgl. IAB 2017).

Davon abweichend zählt der Deutsche Journalisten-Verband für das Jahr 2012 rund 72.500 hauptberufliche Journalisten, worunter gemäß Verbandsdefinition auch PR-Journalisten und Journalistenausbilder gehören (vgl. DJV Arbeitsmarkt 2017). Die kleinste Grundgesamtheit weist die Journalismus-in-Deutschland-Studie (JouriD) aus: Demnach sind 48.000 Männer und Frauen hauptberuflich festangestellt oder als feste Pauschalisten in Medien tätig (vgl. Weischenberg u.a. 2006: 33).

Aufgrund der sich wandelnden ökonomischen, politisch-rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen verändern sich die Arbeitsschwerpunkte der Redakteure seit den 1990er Jahren kontinuierlich. Der Zeitaufwand für Organisation und Produktion ist – bei gleichbleibender Gesamtarbeitszeit von etwa 45 Stunden pro Woche – im Verhältnis zu den originär journalistischen Tätigkeiten wie Recherche, Texten und Selektion gestiegen (vgl. Weischenberg u.a. 2006: 79ff. und 267): Im Vergleich zwischen 1993 und 2005 ist die durchschnittlich aufgewendete Zeit für Recherche von 140 auf 117 Minuten täglich zurückgegangen, der Aufwand für Technik (von 50 auf 84), Kontakt mit dem Publikum (von 0 auf 26) sowie Organisation und Verwaltung (von 69 auf 78) hat sich dagegen erhöht. Hinzugekommen sind eine Reihe von neuen Tätigkeiten, die wesentlich mit dem Internet zu tun haben (2005 insgesamt 122 Minuten, die Hälfte davon für die Online-Recherche).

Weitere Studien zeigen, dass die redaktionelle Tätigkeit immer wirksamer von externen Einflüssen bestimmt wird: Wie die internationale Worlds of Journalism Study (2017) feststellt, werden die Einflüsse von den ökonomischen Rahmenbedingungen und den Wirtschaftsakteuren (z.B. über die → Public Relations) sowie der Politik auf die Medien als stark eingeschätzt; dies gilt ebenso für das Publikum sowie die Sozialen Medien (vgl. Hanitzsch u.a. 2016: 4f.).

Der Nachrichtenredakteur ist wohl der ,Klassiker‘ im journalistischen Berufsfeld. Er ist der Gatekeeper, für den sich früh die Kommunikatorforschung interessierte (im Überblick: Engelmann 2016): Er sortierte und selektierte die Nachrichten am → Ticker nach Wichtigkeit und Verwertbarkeit. Der Redakteur tat dies nicht aufgrund persönlicher Präferenzen (wobei individuelle und psychische Voreinstellungen ihre Einflüsse haben), sondern aufgrund professioneller Kriterien (→ Nachrichtenfaktoren) und organisationsspezifischer Standards (abhängig vom Medium und vom Zielpublikum). Diese Kriterien sind erlernbar und stehen nach wie vor im Zentrum der journalistischen Qualifizierung – auch wenn die Nachrichten heute digital verarbeitet werden und die Anforderungen an technische Kompetenzen und die Fähigkeiten, mit Suchmaschinen umzugehen, wichtiger werden (vgl. Hanitzsch u.a. 2016: 5).

Literatur:

Arlt, Hans-Jürgen; Wolfgang Storz: Journalismus oder Animateur – ein Beruf im Umbruch. OBS-Arbeitspapier Nr. 22. Frankfurt/M. [Otto-Brenner-Stiftung] 2016. https://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AP22_ArltStorz.pdf (09.05.2017).

Baumert, Dieter Paul: Die Entstehung des deutschen Journalismus. Eine sozialgeschichtliche Studie. Herausgegeben und eingeleitet von Walter Hömberg. Baden-Baden [Nomos] 2013 [1928].

Blöbaum, Bernd: Journalismus als soziales System. Opladen [Westdeutscher Verlag] 1994.

Deutscher Journalisten-Verband (DJV) (Hrsg.): Berufsbild Journalistin – Journalist. DJV Wissen: 4. Berlin [Deutscher Journalisten-Verband] 2015. http://www.djv.de/fileadmin/user_upload/Infos_PDFs/Flyer_Broschuren/wissen4_Berufsbild.pdf (09.05.2017).

Deutscher Journalisten-Verband (DJV): Tarife und Honorare. https://www.djv.de/startseite/info/beruf-betrieb/uebersicht-tarife-honorare.html (13.07.2017).

Deutscher Journalistenverband (DJV): Arbeitsmarkt und Berufschancen. https://www.djv.de/startseite/info/themen-wissen/aus-und-weiterbildung/arbeitsmarkt-und-berufschancen.html (12.07.2017).

Engelmann, Ines: Gatekeeping. Baden-Baden [Nomos] 2016.

Hanitzsch, Thomas; Nina Steindl; Corinna Lauerer: Country Report. Journalists in Germany. München [Ludwig-Maximilians-Universität] 2016. https://epub.ub.uni-muenchen.de/28095/1/Country%20report%20Germany.pdf (09.05.2017).

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): Berufe im Spiegel der Statistik. Nürnberg, o.J. http://bisds.infosys.iab.de/bisds/result?region=19&beruf=BO821&qualifikation=2 (30.05.2017).

Meyen, Michael; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland. Ein Report. Konstanz [UVK] 2009.

Statista: Journalismus. Dossier. Hamburg, 2016. https://de.statista.com/statistik/studie/id/7237/dokument/journalismus-statista-dossier/ (09.05.2017).

Weischenberg, Siegfried; Maja Malik; Armin Scholl: Die Souffleure der Mediengesellschaft. Report über die Journalisten in Deutschland. Konstanz [UVK] 2006.

Ressort

Wortherkunft: Der Begriff wurde im 16. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt und basiert auf dem frz. Verb ressortir = zugehören (vgl. Duden Band 7 2001: 671).

Definition:
Der Begriff des Ressorts ist nicht medienspezifisch, sondern auch in anderen Branchen üblich (etwa in der Politik und im Versicherungswesen). Durch die Aufteilung journalistischer Produkte ist er hier aber besonders präsent. Allgemein bezeichnet er einen Geschäftsbereich innerhalb eines Unternehmens oder einer Institution und legt damit die Zuständigkeit des Personals für ein bestimmtes Arbeitsgebiet fest. Begriffe, die eine ähnliche Bedeutung haben, sind Abteilung und Fachbereich (z.B. an Universitäten).

Ressorts sind im Journalismus für die Redaktionsorganisation elementar. Claudia Mast definiert sie daher als „Organisationsbezeichnung für die interne Arbeitsteilung“ (Mast 1994: 277). Jedes Ressort hat in der Regel einen verantwortlichen Ressortleiter, der bei schriftbasierten Publikationen im Impressum erwähnt wird. Die Bedeutung einer Ressortaufteilung zeigt sich auch darin, dass sie im Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen definiert ist. Dort heißt es in Bezug auf das Gehalt von Ressortleitern (§ 2, Punkt 6): „Ressorts im Sinne des Absatzes 1 sind die Sachgebiete Politik, Kultur, Lokales. Bei Wirtschaft, Sport und Provinz ist der Begriff Ressort im Sinne dieser Ziffer gegeben, wenn für diese Sachgebiete mindestens eine Redakteurin/ein Redakteur überwiegend und bestimmungsgemäß tätig ist. Die Einrichtung weiterer Ressorts steht im Ermessen des Verlages“ (DJV 2016: 7).

Darüber hinaus können sich Ressorts in der Einteilung der Redaktionsräume widerspiegeln, indem sie festen Büroarealen zugeordnet sind. Dies unterstützt eine klare Bürostruktur und erleichtert die Arbeits- und Kommunikationsabläufe. Der organisatorische Aspekt der Ressorts befindet sich allerdings seit Jahren in einem Umstrukturierungsprozess, der Ressortgrenzen überwindet (siehe Abschnitt „Gegenwärtiger Zustand“).

Gleichzeitig dienen Ressorts der Rubrizierung des journalistischen Produkts, wodurch eine übersichtliche thematische Gliederung möglich ist und die Zielgruppenansprache konzentriert wird. Die Benennung des Ressorts findet sich in Print-, aber auch Onlinepublikationen gewöhnlich am Kopf der Seite. Die Anordnung der Ressorts innerhalb einer Publikation weist somit auch auf die von einer Zeitung oder Zeitschrift festgelegte Hierarchie hin: Ressorts, die als besonders relevant angesehen werden, sind im vorderen Publikationsteil zu finden (wie Politik und Wirtschaft), während die Relevanz im hinteren Teil abnimmt – vor allem ‚kleinere Einheiten‘ (vgl. Meier 2002: 346f.) wie Haus & Garten, Motor oder die in Tageszeitungen häufig erscheinenden Magazine zum Wochenende, die aus erzählenden und reportierenden, nicht tagesaktuellen Beiträgen bestehen.

Geschichte:
Die Aufteilung journalistischer Produkte in Ressorts ist eine recht späte Erscheinung: „Ein redaktionelles Selektieren, Gewichten und Plazieren nach Relevanz, wie wir es heute kennen“ (Meier 2002: 111), gab es im 17. und 18. Jahrhundert, den ersten Jahrhunderten des Zeitungsjournalismus, noch nicht: „Die Nachrichten wurden in der Reihenfolge ihres Eintreffens in buntem Durcheinander ohne Überschrift oder sonstige typographische Hervorhebung oder Gliederung gesetzt. […] Als Gliederungshilfe diente lediglich die Ortsmarke“ (ebd.).

„Immerhin“, fasst Meier zusammen, „lassen sich bei einigen Prestigeblättern […] schon im 18. Jahrhundert erste Rubriken finden, zum Beispiel bei der Magdeburgischen und der Schlesischen Zeitung oder dem Frankfurter Ristretto“ (vgl. Groth 1927, Band 1: 334, zit. n.: Meier 2002: 113). „Es tauchen wiederkehrende Überschriften wie ,Ausländische Begebenheiten‘ oder ,Parlamentssachen‘ auf“ (vgl. Wilke 1999: 393, zit. n. Meier 2002: 113). Erst während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gliederten sich die Zeitungsredaktionen in die „Kernressorts, die bis heute bestimmend sind“ (Meier 2002: 110, 119ff., siehe auch → redaktioneller Journalismus). Großen Anteil, besonders für das Lokalressort, hatte die Einführung der ,Generalanzeiger‘, die sich überwiegend durch Anzeigen finanzierten und Stoff für die breiten Massen boten, darunter das 1872 gegründete Berliner Tageblatt (vgl. Meier 2002: 124f.; vgl. auch Schneider/Raue 1998: 228).

Gegenwärtiger Zustand:
Zu den Kernressorts in der journalistischen Berichterstattung gehören Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur (vgl. Burkhardt 2009: 103ff.; Meier 2002: 425) sowie ein Ressort, das alle nicht-politischen Nachrichten aufgreifen kann, die auch in kein anderes Ressort eingeordnet werden können: Es wird meist „Vermischtes“, „Aus aller Welt“ oder „Panorama“ genannt und befasst sich überwiegend mit Human-Touch-Themen, Kriminalität, Unglücken, → Prominenz, Verbraucherfragen und Unterhaltung.

Weitere gängige Mantelressorts sind u.a. Medien, Reise, Ratgeber, Gesundheit und Wissenschaft, die jeweils auch eigene Formen des professionellen Journalismus bilden (→ Typen und Formen). Eine Sonderstellung bei den Ressorts hat das → Lokale, da seine Fokussierung nicht auf Themen, sondern auf die räumliche Berichterstattung ausgerichtet ist. Der Lokaljournalismus bündelt alle Ressorts, die auch überregional geläufig sind, nur eben für einen engeren geographischen Radius (wie Stadt, Kreis oder Bezirk). Auch hier kann eine Ressortverantwortlichkeit vorgenommen werden sowie eine gesonderte Blattstruktur existieren. Am häufigsten ist dabei der Lokalsport von der übrigen Lokalberichterstattung getrennt.

Die Digitalisierung sorgt seit einigen Jahren für einen Umbruch in der Organisation insbesondere der Mantelredaktionen: Neben der bislang strikten Trennung der Medien, die durch → crossmediale Entscheidungen und Formate aufgelöst wird, wandelt sich auch die räumliche Aufteilung der Redaktionen. Fachkompetenzen und Ressorts bleiben zwar bestehen (siehe auch → Journalist), die „Ressortautonomie“ (Meier 2002: 356) schwindet jedoch, ressortübergreifendes Recherchieren und Schreiben wird erforderlich (→ Newsroom). Dadurch ist ihre inhaltliche Mitarbeit „nicht mehr beschränkt auf den eigentlichen Ressortbereich, sondern muß sich öffnen für das gesamte Produkt“ (Meier 2002: 389f.). Die Anpassung dieser „Binnendifferenzierung“ (ebd.: 424), die kritisch auch als Ghettoisierung bezeichnet wurde (ebd.: 426), soll der jeweiligen Publikation eine bessere Profilbildung ermöglichen (vgl. ebd.: 406f.).

Forschungsstand:
Die wissenschaftliche Forschung berücksichtigt alle klassischen und neugebildeten Ressorts sowie die damit verbundenen journalistischen Tätigkeitsprofile (siehe z. B. Weichert/Elter/Welker 2012ff.).

Durch die Weiterentwicklung der Kommunikationsmittel und deren zunehmende Komplexität entsteht ein öffentlicher Bedarf, Informationen, Situationen und Möglichkeiten der Technik zu erklären und einzuordnen – Aufgaben, die auch dem Journalismus und der Journalistik zu eigen sind. Daher werden für die Berichterstattung neue Ressorts erschlossen (wie die „Netzwelt“ bei Spiegel online oder das Digitalressort der Süddeutschen Zeitung) und diese in der Wissenschaft beachtet. Diesbezüglich spielt auch der investigative Journalismus eine immer wichtigere Rolle, zumal er in manchen Redaktionen mittlerweile eine eigene Abteilung bildet, also ein themenunabhängiges Ressort, das die Recherchemethode hervorhebt (etwa bei der Bild-Zeitung, der Zeit, beim Westdeutschen Rundfunk und beim Norddeutschen Rundfunk).

Die Neustrukturierung redaktioneller Zuständigkeiten wird ebenfalls analysiert: Studien loten deren Chancen und Risiken aus. Einerseits werde durch ressortübergreifende Kooperation die Arbeit flexibler und teamorientierter (Mayer 2013: 141, zit. n. Rankl 2014: 23), bündele Wissen und bewirke dadurch eine höhere Qualität der produzierten Beiträge (vgl. Meier 2002: 404). Dem stünden Nachteile wie ein größerer „Zeitaufwand für Koordination“, „Kompetenzgerangel“ sowie „mögliche Abstimmungsprobleme“ gegenüber (ebd.: 404; zur Entwicklung siehe auch Mast 2018: 257ff.).

Letztlich sind aber auch mikrothematische Forschungen zur Ressortarbeit zu finden: Sie gehen etwa der Frage nach, wie sich Ressorts bei der Nachrichtenauswahl bzgl. der Nachrichtenfaktoren unterscheiden. So stellte Dagmar Rankl fest (2014: 61), dass auch durch ,hard news‘ geprägte Ressorts wie Politik und Wirtschaft inhaltlich aufweichen, indem viele der dort publizierten Artikel häufig eher „den soft news zuzuordnen“ sind, wenn sie z.B. „Zerstreuungsthemen“ oder Skandale aufbereiten (ebd.).

Literatur:

Burkhardt, Steffen: Praktischer Journalismus. München [Oldenbourg] 2009.

Deutscher Journalistenverband e.V.: Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen. Gültig ab 1. Januar 2016. Bonn, 2016. https://www.djv.de/fileadmin/user_upload/2016_06_29_GTV_TZ.pdf

Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Band 7. Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 3. Auflage. Mannheim [Dudenverlag] 2001.

Groth, Otto: Die Zeitung. Ein System der Zeitungskunde (Journalistik). Bände 1-4. Mannheim/Berlin/Leipzig [J. Bensheimer] 1927-1930.

Mast, Claudia: Journalistische Themen und Ressorts. Beispiele für attraktive Konzepte im Journalismus. In: Mast, Claudia (Hrsg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit. 7. Ausgabe. Konstanz [Ölschläger/UVK-Medien] 1994, S. 277-279.

Mast, Claudia (Hrsg.): ABC des Journalismus. Ein Handbuch. 13. Ausgabe. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2018.

Mayer, Ansgar: Digital first. Und dann…? Die zentralen Herausforderungen für Deutschlands Medienhäuser. In: Kramp, Leif; Leonard Novy; Dennis Ballwieser; Karsten Wenzlaff (Hrsg.): Journalismus in der digitalen Moderne. Einsichten, Ansichten, Aussichten. Wiesbaden [Springer VS] 2013, S. 141-146.

Meier, Klaus: Ressort, Sparte, Team. Wahrnehmungsstrukturen und Redaktionsorganisation im Zeitungsjournalismus. Konstanz [UVK] 2002.

Rankl, Dagmar: Ressorts im Zeitalter von Medienwandel und Boulevardjournalismus. Themenwahl als Qualitätskriterium. Wiesbaden [Springer Gabler] 2014.

Schneider, Wolf; Paul-Josef Raue: Handbuch des Journalismus. Reinbek [Rowohlt] 1998.

Störl, Susann: Fernsehnachrichten im Unterhaltungszeitalter. Eine Untersuchung der Berichterstattung im Boulevardstil und ihrer Auswirkungen auf die klassischen journalistischen Anforderungen an Nachrichten. Norderstedt [GRIN] 2007.

Weichert, Stephan; Andreas Elter; Martin Welker: Journalismus Bibliothek. Basiswissen für die Medienpraxis. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2012ff.

Wilke, Jürgen: Die Zeitung. In: Fischer, Ernst; Wilhelm Haefs, York-Gothart Mix (Hrsg.): Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700-1800. München [C.H. Beck] 1999, S. 388-402.

Social Media

Wortherkunft: Die Bezeichnung Social Media (dt. soziale Medien, auch soziale Netzwerke) ist eine Begriffszusammensetzung aus ‚Social‘, was den gemeinschaftlichen sozialen Austausch hervorhebt, und ‚Media‘, was die computervermittelte und onlinebasierte Art und Weise akzentuiert.

Definition:
Unter Social Media versteht man in der allgemeinen Definition nach Kaplan und Haenlein (2010: 61) verschiedene Internetanwendungen, die auf den Voraussetzungen des → Web 2.0 aufbauen und so die Erstellung wie den Austausch von nutzergenerierten → Inhalten erlauben. Weiterführend beschreiben Carr und Hayes (2015: 49) Social Media als auf dem Internet basierende Kanäle für die massenpersonale Kommunikation, die die (computervermittelte) soziale Interaktion zwischen Benutzern erleichtern und ihren Wert im Wesentlichen aus nutzergenerierten Inhalten ableiten.

Ellison und boyd (2013: 157) wiederum definieren soziale Medien in funktionaler Herangehensweise als vernetzte Kommunikations-Plattformen, auf denen Nutzer ein individuelles Profil anlegen, über das sie eigene und fremde Inhalte wie auch systemgenerierte Daten bereitstellen. Über diese Profile werden (z. B. private oder berufliche) Kontakte öffentlich sichtbar und für andere durchsuchbar. Nutzer können über ihr Profil eigene Inhalte erstellen und verteilen, Inhalte anderer konsumieren, wie auch mit – eigenen oder fremden – nutzergenerierten Inhalten interagieren.

Van Dijck schließlich hat die ökonomische Beeinflussung und Transformation (bzw. Ausbeutung) von Kommunikation in sozialen Netzwerken in den vergangenen Jahren immer wieder massiv kritisiert. Gerade die großen GAFAM-Plattformen (Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft) absorbierten die mit den → Web-2.0-Anwendungen verbunden Bedeutungen einer ungefilterten und selbstbestimmten Kommunikation im Rahmen unternehmerischer Zielsetzungen. Eine Definition von Social Media habe sich verändert hin zu automatisierten Systemen, die Verbindungen herstellen und manipulieren (van Dijck 2013: 12). Kommunikation erhalte so in erste Linie einen Warenwert, unterschieden nach User-Generated Content (UGC) und die für das Geschäftsmodell sozialer Netzwerke zentralen User-Generated Data (UGD).

Geschichte:
Mit der Ausbildung von Web 2.0-Anwendungen zu Beginn der 2000er Jahre sind eine Reihe onlinebasierter, in der Regel privatwirtschaftlicher Plattformen wie Facebook (2004), MySpace (2003), LinkedIn (2002), Twitter (2006), Flickr (2004) und YouTube (2005) entstanden, die als nutzerzentrierte Netzwerke unterschiedliche Kommunikations-, Vernetzungs- und Content-Sharing-Funktionen zur Verfügung stellen. Als ein zentrales Moment wurde dabei immer wieder der Wandel hin zu einer Architektur partizipativer Medien angeführt (vgl. u.a. O’Reilly 2005; Bruns 2008; Thimm 2017), wodurch potentiell allen Nutzern die Möglichkeit eingeräumt werde, sich angesichts niedrigschwelliger technologischer Nutzungsbarrieren mit eigenen Inhalten zu beteiligen.

Begleitet wurden diese Entwicklungen durch Überlegungen, die die neuen Möglichkeiten des „Mitmachwebs“ (Blank/Reisdorf 2010) akzentuierten, aber auch in kulturkritischer Beurteilung vor einem zunehmenden „Kult der Amateure“ (Keen 2007) warnten und eine Abwertung professioneller Akteure und Experten zu bedenken gaben. Gerade für den (digitalen) Journalismus stelle das eine Reihe von Herausforderungen dar, die in der Forschung unter anderem als „kollaborativer Journalismus“ (Bruns 2005), „partizipativer Journalismus“ (Engesser 2013) oder auch „Open Journalism“ (Hermida 2014) reflektiert wurde. Es entstanden veränderte Konkurrenzgeflechte durch neue Akteure und Plattformen, die ihre Inhalte vornehmlich über soziale Netzwerke ventilieren. Soziale Medien veränderten aber auch den → redaktionellen Prozess der Beitragsbearbeitung (vgl. Neuberger/Langenohl/Nuernbergk 2014) und beeinflussen heute das Arbeitsprofil von Journalisten als sogenannte „Social Journalists“ (Hedman/Djerf-Pierre 2013), die deutlich schneller reagieren und Beiträge über mehrere Kommunikationskanäle verbreiten müssen. Auch ökonomisch beeinflussen soziale Medien journalistische Geschäftsmodelle, wenn Abo- bzw. Leserzahlen nachlassen und Werbeeinnahmen im Printbereich wegbrechen, weil sich Leser wie Werbepartner auf alternative Formen im Netz konzentrieren. Folgt man Meckel, Fieseler und Grubenmann (2012), können diese Entwicklungen jedoch auch positiv gewendet werden, insofern Journalisten ihr Rollenverständnis stärker hinterfragen und durch ein neues, direktes Kommunikationsverhältnis zu Lesern gerade den Mehrwert professioneller journalistischer Arbeit unter Beweis stellen können.

Gegenwärtiger Zustand:
Mittlerweile haben Social-Media-Plattformen die digital-vernetzte Medienkultur nachhaltig beeinflusst und umstrukturiert. Sie stellen nicht mehr nur (teil-)öffentliche Kommunikationsräume dar, die die Normen, Regeln und Werte der öffentlichen Auseinandersetzung neu geprägt haben (vgl. Dijck 2013: 19). Sie wirken sich in unterschiedlicher Form auf institutionelle Strukturen, ökonomische Prozesse und kulturelle Praktiken aus und forcieren eine Anpassung an grundlegende Funktionsmechanismen und Kommunikationslogiken (vgl. Dijck/Poell/Waal 2018: 2).

Für den Journalismus bedeutet das negative wie auch positive Veränderungen auf vielfältige Weise. Zunächst können soziale Netzwerke, wie etwa Neuberger, Langenohl, Nuernbergk (2014) herausgearbeitet haben, zur Recherche eingesetzt werden, da über sie eine Vielzahl von (auch noch nicht bekannten oder etablierten) Akteuren beobachtet werden, die man für journalistische Beiträge als → Quelle einsetzen kann. Gleichzeitig wenden sich Akteure selbst proaktiv über Social-Media-Profile direkt an Journalisten. Ebenso können Journalisten bestimmten ‚Akteuren von Interesse‘ folgen und sich ohne großen (eigenen) Aufwand durch deren Mitteilungsbedürfnisse mit Inhalten versorgen lassen – wie dies etwa bei den regelmäßigen Meldungen über die Twitter-Aktivitäten von Donald Trump beobachtet werden kann. Dabei agieren Journalisten allerdings nicht mehr nach dem Gatekeeper-Prinzip in der Verbreitung von Inhalten, da sie keinen exklusiven Zugriff auf Quellen haben, sondern verarbeiten, was in sozialen Netzwerken bereits allgemein zugänglich ist.

In der veränderten Kommunikation zwischen Journalisten und ihren Lesern zeigt sich nicht nur ein direkter und dialogischer Austausch. Kommunikation über soziale Medien eröffnet auch Möglichkeiten, mehr Transparenz über redaktionelle Prozesse und Entscheidungen in der Quellenarbeit zu schaffen, die sich unter anderem in der gegenseitigen Beobachtung von Journalisten, Lesern und Quellen, aber auch in einer beschleunigten Reaktion aufeinander zeigen kann (vgl. u. a. Wendelin 2014; Neuberger/Langenohl/Nuernbergk 2014).

Auf der anderen Seite schränken soziale Medien den Journalismus auf infrastruktureller Ebene wiederum nachhaltig ein. Mit der immensen Ausdehnung der GAFAM-Plattformen (vgl. u. a. Plantin/Punathambekar 2019) ist eine ‚Plattformisierung‘ des Netzes insgesamt zu beobachten (vgl. Helmond 2015), die auch für die Gestaltung und Präsentation journalistischer Inhalte zu Abhängigkeitsverhältnissen von eben diesen Plattformen führt (vgl. Nieborg/Poell 2018). Hinzu kommt, dass mittlerweile Algorithmen und automatisierte Konfiguratoren wie im Fall von Narrative Science eingesetzt werden, um Beiträge schneller und kostengünstiger zu erstellen (vgl. Meckel/Fieseler/Grubenmann 2012: 34).

Soziale Medien haben schon längst Anteil am Prozess der öffentlichen Meinungsbildung (vgl. u. a. Thimm/Bürger 2012) und transformieren innerhalb des weitergehenden „digitalen Strukturwandels der Öffentlichkeit“ (Bieber 2002) „die Medienrepertoires, kommunikativen Praktiken und Akteurskonstellationen“, wie Nuernbergk und Schmidt (2020: 43) dies beispielhaft für den Politikjournalismus herausgearbeitet haben. Dabei wandeln sich mit den Akteuren auch Kommunikationsformen sowie das thematische Spektrum für bestimmte Plattformen. Selbst journalistisch zunächst wenig bedeutende Plattformen wie Instagram ziehen mittlerweile die Aufmerksamkeit von Journalisten auf sich, um dort mit einem plattformspezifischen Storytelling vor allem für jüngere Mediennutzende wahrgenommen zu werden (vgl. Bettendorf 2019).

Wie Schmidt, Merten, Hasebrink et al. (2017) schreiben, operieren soziale Medien neben etwa Suchmaschinen und Instant-Messaging-Diensten als Intermediäre, die Inhalte aus einer Vielzahl von Quellen algorithmisch erschließen, filtern und schließlich als personalisierte Informationspakete für Nutzer zusammenstellen. Damit prägen sie nicht nur das Informationsmanagement im Netz, sondern haben aus Nutzersicht auch Einfluss auf deren Identitäts- und Beziehungsmanagement. Der Journalismus ist einem Veränderungsdruck ausgesetzt, der sich nicht zuletzt auch in der Anpassung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zeigt. Mit dem ARD/ZDF-Content-Netzwerk funk etwa werden journalistische Inhalte für die Zielgruppe im Alter zwischen 14 und 29 Jahren speziell für Social-Media-Dritt-Plattformen konzipiert (vgl. Stollfuß 2019).

Forschungsstand:
Die Forschung zu Social-Media-Plattformen hat sich in den vergangenen Jahren rasant entsprechend den strukturellen Veränderungen onlinebasierter Kommunikationsweisen in sozialen Netzwerken verändert. Zentrale Aspekte gerade in der → Kommunikationswissenschaft, wie Schmidt und Taddicken (2017) aufzeigen, sind noch immer Fragen um das Knüpfen und Pflegen von Kontakten (Beziehungsmanagement), die Präsentation von personenbezogenen Inhalten (Selbstdarstellung und -wirksamkeit, auch Identitätsmanagement) sowie das Auswählen, Bewerten und Zirkulieren von Informationen (Informationsmanagement).

Wichtig für den Journalismus sind dabei die Funktionen und medialen Praktiken der Inhaltserstellung (inkl. Differenzierung von Formen des UGCs) und -veröffentlichung (inkl. Differenzierung von Formen der Akkumulation von Publikum in [Teil-] → Öffentlichkeiten), der diskursivierenden Aspekte in der Anschlusskommunikation (Kommentieren, Annotieren, Weiterleiten/Teilen, Abonnieren usw.) und die unterschiedlichen Ausprägungen digitaler Vernetzungen. Damit verbunden ist die Auseinandersetzung mit Regeln (z.B. Netiquette, Terms of Use etc.), Relationen (Verknüpfungen, Beziehungen und Konnektivitäten hinsichtlich der Reziprozität von sozialen Relationen und Datenrelationen) und Codes (Datenstrukturen, Algorithmen, Standardeinstellungen, Interface-Gestaltungen, Schnittstellen etc.). Und schließlich geht es immer auch darum, unterschiedliche Formen sozialer Formationen differenziert zu betrachten: z. B. personenbezogene Netzwerke und deren Sichtbarkeit und Navigierbarkeit auf Social-Media-Plattformen oder kollektive Ausprägungen wie Crowds/Schwärme und Communities unter Beachtung verschiedener Formen von Handlungsfähigkeiten, Organisations-/Koordinationsmuster und Entscheidungsmodi.

Zudem hat sich die Forschung jüngst mit Medienlogik sozialer Netzwerke befasst (bezüglich Programmierbarkeit, Popularität aufgrund rein quantifizierbarer Messungen, Konnektivität von Plattformen, Nutzern, Inhalten und Werbetreibenden sowie Datafizierung aller Inhalte, Formen und Beziehungen) (vgl. van Dijck/Poell 2013). Klinger und Svensson (2015) untersuchten außerdem Auswirkungen auf die Produktion (u. a. günstigere Auswahl und Erstellung von Inhalten durch Laien entsprechend individueller Interessen), Distribution (u. a. die veränderte Vermittlerrolle einzelner Nutzer, die Inhalte in Gruppen von Gleichgesinnten wie Kettenbriefe zirkulieren lassen) und Rezeption (etwa die hochselektive Auswahl in interessengebundenen Gruppen Gleichgesinnter).

Für den Journalismus im Speziellen sind jüngst gerade Fragen nach den Auswirkungen auf die redaktionellen Praktiken, ein damit teilweise einhergehendes Arbeiten mit dem Smartphone und das sich verändernde Anforderungs- und Berufsprofil bedeutsam (vgl. u. a. Primbs 2016; Neuberger/Langenohl/Nuernbergk 2014; Hedman/Djerf-Pierre 2013). Und schließlich führen die Transformationen durch soziale Medien auch zu Reflexionen über veränderte Darstellungsformen für verschiedene Plattformen (vgl. u. a. Godulla/Wolf 2018; Goderbauer-Marchner/Büsching 2015).

Literatur:

Bettendorf, Selina: Instagram-Journalismus. Ein Leitfaden für Redaktionen und freie Journalisten. Wiesbaden [Springer VS] 2019.

Bieber, Christoph: Digitaler Strukturwandel der Öffentlichkeit? Zur Re-Konfiguration politischer Akteure durch Neue Medien. In: Schatz, Heribert; Patrick Rössler; Jörg-Uwe Nieland (Hrsg.): Politische Akteure in der Mediendemokratie. Politiker in den Fesseln der Medien? Wiesbaden [Westdeutscher Verlag] 2002, S. 113-127.

Blank, Grant; Bianca C. Reisdorf: The Participatory Web. A User Perspective on Web 2.0. In: Information, Communication & Society, 15(4), 2012, S. 537-554.

Bruns, Axel: Blogs, Wikipedia, Second Life and Beyond. From Production to Produsage. New York [Peter Lang] 2008.

Bruns, Axel: Gatewatching. Collaborative Online News Production. New York [Peter Lang] 2005.

Carr, Caleb T.; Rebecca A. Hayes: Social Media. Defining, Developing, and Divining. In: Atlantic Journal of Communication, 23, 2015, S. 46-65.

Dijck José van; Thomas Poell; Martijn de Waal: Introduction. In: Dijck José van; Thomas Poell; Martijn de Waal (Hrsg.): The Platform Society. Public Values in a Connective World. Oxford [Oxford University Press] 2018, S. 1-6.

Dijck, José van: The Culture of Connectivity. A Critical History of Social Media. Oxford [Oxford UP] 2013.

Dijck, José van; Thomas Poell: Understanding Social Media Logic. In: Media and Communication, 1, 2013, S. 2-14.

Ellison, Nicole B.; danah m. boyd: Sociality Through Social Network Sites. In: Dutton, William H. (Hrsg.): The Oxford Handbook of Internet Studies. Oxford [Oxford University Press] 2013, S. 151-172.

Engesser, Sven: Die Qualität des Partizipativen Journalismus im Web. Bausteine für ein integratives theoretisches Konzept und eine explanative empirische Analyse. Wiesbaden [Springer VS] 2013.

Goderbauer-Marchner, Gabriele; Thilo Büsching: Social-Media-Content. Konstanz [UVK] 2015.

Godulla, Alexander; Cornelia Wolf: Digitales Storytelling. Nutzererwartungen, Usability, Produktionsbedingungen und Präsentation. In: Nuernbergk, Christian; Christoph Neuberger (Hrsg.): Journalismus im Internet. Profession – Partizipation – Technisierung. 2. Auflage. Wiesbaden [Springer VS] 2018, S. 81-100.

Hedman, Ulrika; Monika Djerf-Pierre: The Social Journalist. Embracing the Social Media Life or Creating a New Digital Divide? In: Digital Journalism, 1(3), 2013, S. 368-385.

Helmond, Anne: The Platformization of the Web. Making Web Data Platform Ready. In: Social Media + Society, (July-December), 2015, S. 1-11.

Hermida, Alfred: Open Journalism. Dynamics of Change and Continuity in News Work in the 21st century. Doktorarbeit an der City University London. 2014. https://openaccess.city.ac.uk/id/eprint/13439/1/.

Kaplan, Andreas M.; Michael Haenlein: Users of the World, Unite!. The Challenges and Opportunities of Social Media. In: Business Horizons, 53, 2010, S. 59-68.

Keen, Andrew: The Cult of the Amateur. How Blogs, MySpace, YouTube, and the Rest of Today’s User-Generated Media are Destroying our Economy, our Culture, and our Values. London [Doubleday] 2007.

Klinger, Ulrike; Jakob Svensson: The Emergence of Network Media Logic in Political Communication. A Theoretical Approach. In: New Media & Society, 17(8), 2015, S. 1241–1257.

Meckel, Miriam; Christian Fieseler; Stephanie Grubenmann: Social Media. Herausforderungen für den Journalismus. In: HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 287, 2012, S. 25-35.

Neuberger, Christoph; Susanne Langenohl; Christian Nuernbergk: Social Media und Journalismus. Düsseldorf [Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen]. 2014. https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Publikationen-Download/Social-Media-und-Journalismus-LfM-Doku-Bd-50-web.pdf.

Nieborg, David B.; Thomas Poell: The Platformization of Cultural Production. Theorizing the Contingent Cultural Commodity. In: New Media & Society, 20(11), 2018, S. 4275-4292.

Nuernbergk, Christian; Jan-Hinrik Schmidt: Twitter im Politikjournalismus. Ergebnisse einer Befragung und Netzwerkanalyse von Hauptstadtjournalisten der Bundespressekonferenz. In: Publizistik, 65, 2020, S. 41-61.

O’Reilly, Tim: What Is Web 2.0. Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software. 2005. http://www.oreilly.com/pub/a/web2/archive/what-is-web-20.html.

Plantin, Jean-Christophe; Aswin Punathambekar: Digital Media Infrastructures: Pipes, Platforms, and Politics. In: Media, Culture & Society, 41(2), 2019, S. 163-174.

Primbs, Stefan: Social Media für Journalisten. Redaktionell arbeiten mit Facebook, Twitter & Co.. Wiesbaden [Springer VS] 2016.

Schmidt, Jan-Hinrik; Monika Taddicken: Soziale Medien. Funktionen, Praktiken, Formationen. In: Schmidt, Jan-Hinrik; Monika Taddicken (Hrsg.): Handbuch Soziale Medien. Wiesbaden [Springer VS] 2017, S. 23-37.

Schmidt, Jan-Hinrik; Lisa Merten; Uwe Hasebrink; Isabelle Petrich; Amelie Rolfs: Zur Relevanz von Online-Intermediären. Hamburg [Hans-Bredow-Institut] 2017. https://www.hans-bredow-institut.de/uploads/media/default/cms/media/67256764e92e34539343a8c77a0215bd96b35823.pdf.

Thimm, Caja; Tobias Bürger: Digitale Citoyens. Politische Partizipation in Zeiten von Social Media. Bonn [Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik] 2012.

Thimm, Caja: Soziale Medien und Partizipation. In: Schmidt, Jan-Hinrik; Monika Taddicken (Hrsg.): Handbuch Soziale Medien. Wiesbaden [Springer VS] 2017, S. 191-209.

Wendelin, Manuel: Transparenz von Rezeptions- und Kommunikationsverhalten im Internet. Theoretische Überlegungen zur Veränderung der Öffentlichkeitsdynamiken zwischen Journalismus und Publikum. In: Loosen, Wiebke; Marco Dohle (Hrsg.): Journalismus und (sein) Publikum. Schnittstellen zwischen Journalismusforschung und Rezeptions- und Wirkungsforschung. Wiesbaden [VS], 2014, S. 73-89.

Stockfotografie

Wortherkunft: engl. stock = Halde, Lager, Vorrat

Der Begriff Stockfotografie ist eine eingedeutschte Wortschöpfung aus dem Englischen und beschreibt die Produktion von Fotografien auf Vorrat zu vorher festgelegten Stichwörtern, die von spezialisierten Bildagenturen vertrieben werden. Einige Autoren sprechen deswegen auch von Vorratsfotografie (vgl. Bruhn 2003: 34). Das Phänomen der Stockfotografie ist auf die Digitalisierung der Fotografie und neue Entwicklungen auf dem Bildermarkt, etwa die Entwicklung neuer Lizensierungsmodelle wie RF (Royalty Free) zurückzuführen. Gegen eine einmalige Nutzungsgebühr können bei RF umfassende – oft im Hinblick auf Zeit und Ort unbegrenzte – Nutzungsrechte erworben werden (vgl. Bermann 2006: 104). Die RF-Lizenzen stehen in Konkurrenz zum klassischen Modell der RM-Lizenzen (Rights Managed), bei dem für jede Publikation je nach Nutzungsumfang die Nutzungsrechte neu geklärt werden müssen. Mit der Herausbildung von Mikro-Stock Agenturen, die über das Internet Stockfotografien zu besonders günstigen Konditionen anbieten, gibt es auch Schnittmengen zur Amateurfotografie. Während unter den Universalagenturen Getty Images über den größten Pool von Stockfotografien verfügt, sind die größten Spezialagenturen für Stockfotografie Shutterstock und Adobe Stock.

Die Vorläufer der Stockfotografie liegen in der Ausbildung von auf bestimmte Bereiche wie „Food Photography“ oder Automobilität spezialisierte Bildagenturen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Entwicklung der eigentlichen Stockfotografie nahm jedoch ihren Anfang in den 1980er Jahren mit der Einführung illustrierter Verkaufskataloge einzelner Bildagenturen. In gedruckter Form oder als CD-Roms unterbreiteten die Agenturen „ihren Kunden Lösungsvorschläge für allerlei Visualisierungsaufgaben“ (Bruhn 2003: 38). Zwei weitere entscheidende Faktoren waren die Gründung der Bildagenturen „Corbis“ (1989) und „Getty Images“ (1995), die die Bildproduktion konsequent auf die Vermarktung über das Internet umstellten und die Profitorientierung in den Vordergrund rückten (vgl. Ullrich 2008: 52). Ohne die Möglichkeiten digitaler Vernetzung und Verteilung fotografischer Bilder ist das Phänomen der Stockfotografie also nicht denkbar.

Auch wenn die Stockfotografie „zunächst keine ,Gattung‘ von Fotografien“ (Bruhn 2003: 34) darstellt, so hat sich unter dem Phänomen doch eine gewisse Bildästhetik verbreitet, die sich durch die Arbeit mit Unschärfe, Aus- und Anschnitten sowie Überbelichtungen auszeichnet. Kennzeichnend für Stockfotografie ist ihre Zeit- und Ortlosigkeit, ihre Kontextoffenheit sowie eine kulturell neutrale oder plurale Gestaltung (vgl. Ullrich 2008: 53 f.). Mit den grundsätzlich positiv konnotierten Bildwelten geht einher, dass bei der „Wirklichkeitsorientierung wesentliche politische oder soziale Fragen ausgeblendet sein müssen“ (Bruhn 2003: 42). Die Motivgruppen werden unter Stichwörtern wie „Familie mit Kind“, „Spielende Kinder“ oder „Mann im Büro“ zur Verfügung gestellt und leisten einer gewissen Stereotypisierung Vorschub. Genau diese wird jedoch „als Voraussetzung für die Erschließung eines globalen Marktes verstanden“ (vgl. Runge 2015: 125). Die RF-Lizenzen erlauben, dass ein Bild zeitgleich in einem Werbeplakat und in einer journalistischen Publikation erscheinen kann, was zum Begriff Joker-Bild geführt hat (vgl. Ullrich 2006: 99).

In journalistischen Publikationen werden Stockfotografien verstärkt genutzt, vor allem aufgrund der geringen Kosten und der vielseitigen Einsetzbarkeit der Bilder. Die Zunahme von Stockfotografien ist Teil eines Trends im Journalismus hin zu einer stärkeren Visualisierung, da sie die Palette von Visualisierungsmöglichkeiten erweitern. Genutzt werden Stockfotografen vor allem zur abstrakten Illustration im Sinne von Symbolbildern (vgl. Runge 2015: 133), vornehmlich auf Titelseiten und in den weniger nachrichtlich orientierten Rubriken wie Wirtschaft, Kultur, Sport oder Gesellschaft.  Nicht abgeschlossen ist die Debatte, ob die Stockfotografie ein Teil des → Fotojournalismus ist. Dafür spricht, dass journalistische Redaktionen Stockfotografie intensiv nutzen. Stockfotografie wird auch als Element eines „positiven Journalismus“ betrachtet (vgl. Runge 2015: 138). Dagegen spricht, dass die Produktionsbedingungen der Stockfotografie nicht an journalistischen Maßstäben orientiert sind.

Literatur:

Bergmann, Monika: Die Bilderjagd: Beruf des Bildredakteurs. Sinzheim [PIAG] 2006.

Bruhn, Matthias: Bildwirtschaft – Verwaltung und Verwertung der Sichtbarkeit. Weimar [VDG] 2003.

Frosh, Paul: The Image Factory: Consumer Culture, Photography and the Visual Content Industry. Oxford [Berg] 2003.

Runge, Evelyn: Im Auge des Jokers: Stockfotos in journalistischen Medien. In:  Deutscher-Fachjournalisten-Verband (Hrsg.): Positiver Journalismus. Konstanz [UVK] 2015, S. 123-140.

Ullrich, Wolfgang: Bilder auf Weltreise, Berlin [Wagenbach] 2006.

Ullrich, Wolfgang: Bilder zum Vergessen. Die globalisierte Industrie der ,Stock Photography‘. In:  Grittmann, Elke; Irene Neverla; Ilona Ammann (Hrsg.): Global, lokal, digital: Fotojournalismus heute. Köln [von Halem] 2008, S. 51-61.

Umweltjournalismus

Wortherkunft: Lehnübersetzung aus dem Dänischen (dän. omverden = umgebendes Land, umgebende Welt). In seiner heutigen Bedeutung im Deutschen prägte den Begriff der Zoologe, Verhaltensforscher und Philosoph Jakob Johann von Uexküll (1864–1944) zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Meichsner 2014).

Definition:
Im biologischen Verständnis meint Umwelt die „auf ein Lebewesen einwirkende, seine Lebensbedingungen beeinflussende Umgebung“ (Duden 2020). Umweltjournalismus entsteht in den 1970er Jahren und ist bis in die 2000er Jahre fokussiert auf die Zerstörung der Umwelt einerseits und deren Schutz andererseits. In diesen Jahrzehnten hat sich der Umweltjournalismus ausdifferenziert in Berichterstattung über Natur, Umweltpolitik und Umweltökonomie, Umweltwissenschaftsjournalismus, technischen und Lebensstil-Umweltjournalismus (Schwägerl 2011).

Geschichte:
Autoren und Wissenschaftler wie Paul Ehrlich können rückblickend als die Wegbereiter des Umweltjournalismus bezeichnet werden. Unter dem Titel „Wir sind dabei, den Planeten Erde zu ermorden“ schildert Ehrlich in seinem „utopischen Bericht“ im SPIEGEL 1969 die „Umwelt-Verseuchung bis zum Jahre 1980“ (Ehrlich 1969: 193). Zentral sind für Ehrlich die „Öko-Katastrophen“ in den Ozeanen, verursacht von Tankerunfällen, den im Zweiten Weltkrieg versenkten Giftgasdepots (v. a. DDT) und deren verheerendem Einfluss auf die Nahrungsketten. Als erster professioneller Umweltjournalist gilt Horst Stern, der in den 1970er Jahren bekannt wurde durch seine Fernsehsendung Sterns Stunden, in der er häufig auf Tierquälerei aufmerksam machte (Kriener 2019).

In Deutschland setzte der Prozess des ökologischen Wertewandels Ende der 1970er Jahre mit der Anti-AKW-Bewegung ein. Auslöser waren Störfälle und (Fast-)Katastrophen in der Chemieindustrie (Seveso, Italien, 1976 und Bhopal, Indien, 1984), der Reaktorbrand in Tschernobyl (1986), Robben- und Waldsterben, Tankerunglücke und Fischwürmer (Dernbach 2000: 21-22). Zwar bearbeiteten die etablierten Medien das neue Themenfeld; aber ihnen wurde vorgeworfen, sich zu sehr an politischen Eliten und zu wenig an den Protestbewegungen zu orientieren, weshalb sich alternative Medien gründeten: allen voran 1979 die Tageszeitung taz (Thorbrietz 1986). Der Idealtypus des Umwelt(fach)journalisten benötigt in erster Linie ‚Schnittstellenkompetenz‘, das heißt die Fähigkeit, sich nicht nur in ‚Umweltsachverhalte‘, sondern auch in angrenzende Themenbereiche wie Ernährung und Mobilität einzuarbeiten (Lennartz 2012: 27). Diese Querschnittsqualität hat dazu geführt, dass sich das Thema – bis auf wenige Ausnahmen – nicht in einem eigenständigen Medienressort etabliert hat.

Gegenwärtiger Zustand:
Die vergangenen Jahrzehnte des Umweltjournalismus lassen sich in einigen wesentlichen Aspekten zusammenfassen:

  • Er war (und ist bisweilen immer noch) stark auf Katastrophen fokussiert (Gindl 2019).
  • Er hat sich in allen (Publikums-)Medien etabliert und erfüllt neben der Informations- zunehmend eine Ratgeberfunktion für eine ökologische Lebensweise (DFJV).
  • Umweltjournalismus hat sich ausdifferenziert in Berichterstattung über Klimawandel, erneuerbare Energiequellen, ökologische Landwirtschaft, Elektromobilität und viele andere Aspekte (Dernbach 2015). Diese Komplexität des Themenfeldes spiegelt sich in einem neuen Begriff wider: dem der Nachhaltigkeit. Nicht nur die Zahl (digitaler) Medienformate ist gestiegen, sondern auch die der publizistischen Akteure (Schäfer 2019a). Gerd Michelsen unterscheidet Umwelt- und Nachhaltigkeitsjournalismus: Ersterer „ist eher darauf spezialisiert, ökologische Zusammenhänge“, deren Bedeutung und mögliche Lösungen aufzuzeigen; der zweite „bettet Phänomene dagegen eher in ihren Zusammenhang ein“ und „reflektiert auch die sozialen, ökonomischen, kulturellen Folgen und Wechselwirkungen“, zeigt „Gestaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten“ auf (Schäfer/Humburg 2013).

Forschungsstand:
Die Entwicklung der Forschung ist parallel zu den Phasen des praktischen Umweltjournalismus beschreibbar: Ab den 1980er Jahren beschäftigten sich einige wenige Kommunikations- und Medienwissenschaftler mit diesem neuen Themenfeld (Gottschlich 1985; Krämer 1986); deren Fokus lag sehr stark auf einer eher generalistischen Betrachtungsweise des Zusammenhangs von Medien, Ökologie und gesellschaftlicher Entwicklung. Ende der 1990er bis Mitte der 2000er Jahre kam es zu einem ersten Höhepunkt an Studien und Publikationen, in deren Zentrum neben einigen Stärken des (lokalen) Umweltjournalismus vor allem die Analyse seiner Schwächen (die Komplexität des Themas benötigt viel Recherchezeit, die Journalisten häufig nicht haben) stand (Dernbach/Heuer 2000; Braun 2003). In den vergangenen Jahren hat sich auch die Forschung angesichts der Etablierung des Dachbegriffs der Nachhaltigkeit einerseits erweitert (Dernbach 2015; Michelsen/Fischer 2016; Schäfer 2019b), andererseits in einzelne zentrale Aspekte wie Klimawandel und Artenschutz differenziert. Ganz aktuell beschäftigen sich vor allem die praxisorientierten Journalismusforscher mit den Trends der Narration/Storytelling und des konstruktiven Journalismus in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung (Schäfer 2018).

Literatur:

Braun, Marie-Luise: Umweltkommunikation im Lokalteil von Tageszeitungen. Frankfurt a. M. [Peter Lang] 2003.

Dernbach, Beatrice: Analyse: „Den Zwischendrin-Umweltjournalismus gibt es nicht“. In: Grüner Journalismus, 03.01.2015. https://gruener-journalismus.de/zwischendrin-umweltjournalismus-gibt-es-nicht/  [08.06.2020]

Dernbach, Beatrice: Das Thema Umwelt in der lokalen Publizistik. Zur Vermittlung ökologischer Sachverhalte in Theorie und Praxis. In: Dernbach, Beatrice; Harald Heuer (Hrsg.): Umweltberichterstattung im Lokalen. Wiesbaden [Springer VS] ,2000 S. 20-40.

Deutscher Fachjournalistenverband (DFJV): Portrait Umweltjournalismus. https://www.dfjv.de/ressorts/umweltjournalismus/portrait [08.06.2020]

Duden: Umwelt. https://www.duden.de/rechtschreibung/Umwelt [13.07.2020]

Ehrlich, Paul: „Wir sind dabei, den Planeten Erde zu ermorden.“ In: Der Spiegel 48, 1969, S. 193-201. https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/45317961 [8.6.2020]

Gindl, Rafael: Umweltjournalismus ist nicht zwingend Katastrophenjournalismus. In: Der Standard, 06.04.2019. https://www.derstandard.de/story/2000100619750/umweltjournalismus-ist-nicht-zwingend-katastrophenjournalismus [08.06.2020]

Gottschlich, Maximilian: Ökologie und Medien. Ein Neuansatz zur Überprüfung der Thematisierungsfunktion der Medien. In: Publizistik, 2-3, 1985, S. 314-329.

Krämer, Annett: Ökologie und politische Öffentlichkeit. Zum Verhältnis von Massenmedien und Umweltproblematik. München [tuduv Verlagsgesellschaft] 1986.

Kriener, Manfred: Zum Tod von Horst Stern: Der erste Umweltjournalist. In: taz, 22.01.2019, https://taz.de/Zum-Tod-von-Horst-Stern/!5567765/ [08.06.2020]

Lennartz, Marc Wilhelm: Umweltjournalismus. Wachsam und kritisch in komplexem Umfeld. In: Fachjournalist 2, 2012, S. 26-30. https://www.fachjournalist.de/PDF-Dateien/2012/05/FJ_2_2012-Umweltjournalismus.pdf [08.06.2020]

Meichsner, Irene: Jakob Johann Baron von Uexküll. Wegbereiter der Ökologie. In: Deutschlandfunk, 08.09.2014. https://www.deutschlandfunk.de/jakob-johann-baron-von-uexkuell-wegbereiter-der-oekologie.871.de.html?dram:article_id=296820 [15.06.2020]

Michelsen, Gerd; Daniel Fischer (Hrsg.): Nachhaltigkeit und Journalismus. Erkenntnisse und Impulse aus Wissenschaft und Praxis. Bad Homburg [Verlag für akademische Schriften] 2016.

Schäfer, Torsten: Geschichten als Chance. In: oekom e.V. (Hrsg.): Grüntöne. Die Medien und die Große Transformation. München [oekom verlag] 2018, 83-90.

Schäfer, Torsten: Wo steht der deutschsprachige Umwelt- und Klimajournalismus? Ein Überblick. In: Klimafakten.de, 16.09.2019a. https://www.klimafakten.de/meldung/wo-steht-der-deutschsprachige-umwelt-und-klimajournalismus-ein-ueberblick [08.06.2020]

Schäfer, Torsten: Journalismus. In: Kluwick, Ursula; Evi Zemanek (Hrsg.): Nachhaltigkeit interdisziplinär. Wien [Böhlau Verlag] 2019b, S. 379-395.

Schäfer, Torsten: Journalistenausbildung: Neue Wege in den Umweltjournalismus. In: Alumniportal Deutschland, 01.08.2013. https://www.alumniportal-deutschland.org/studium-weiterbildung/studium-ausbildung/journalistenausbildung-nachhaltigkeit-umweltjournalismus/ [08.06.2020]

Schäfer, Torsten; Anja Humburg: Neue Wege im Umweltjournalismus. Es geht um Mitgestaltung. In: natur.de, 26.02.2013. https://www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/es-geht-um-mitgestaltung/ [08.06.2020]

Schwägerl, Christian: Umweltjournalismus. In: Deutsches Journalistenkolleg. Berlin [DFJV] 2011.https://www.journalistenkolleg.de/c/document_library/get_file?uuid=528f9e62-11e8-41bd-9477-bb489d42f926&groupId=10157. [08.06.2020]

Thorbrietz, Petra: Vernetztes Denken im Journalismus. Journalistische Vermittlungsdefizite am Beispiel Ökologie und Umweltschutz. Dissertation. Tübingen [Niemeyer] 1989.

Wissen.de: Umwelt. https://www.wissen.de/wortherkunft/umwelt [15.06.2020]

Verlag

Wortherkunft: Das Substantiv stammt aus dem 16. Jahrhundert und basiert auf dem Verb ,verlegen‘, das wiederum mit ‚vorlegen‘ bzw. ,hinlegen‘ in Verbindung steht.

Der Begriff Verlag bezeichnet im weiteren Sinne ein Medienunternehmen, das Printprodukte herausgibt. Der vorliegende Beitrag basiert allerdings auf einem engeren Verständnis des Begriffes im Sinne von Zeitschriften- und Zeitungsverlagen, die periodisch erscheinende Druckwerke für ein disperses Publikum herausgeben, deren Inhalte von journalistischen Redaktionen erstellt werden.

Verlage sind gewinnorientiert arbeitende Organisationen, die die Strukturen und Prozesse bereitstellen, um regelmäßig erscheinende, aktuelle journalistische Printprodukte zuverlässig und nachhaltig auf den Markt bringen zu können. Im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit eines Verlages steht die Wertschöpfungskette von Medienunternehmen: Im Einzelnen sind dies die Herstellung und Beschaffung von Informationen, die zu einem Gesamtprodukt gebündelt, vervielfältigt, vertrieben und schließlich von der Leserschaft genutzt werden.

Darüber hinaus stellt ein Verlag die Unterstützungsprozesse bereit, die zur Herstellung journalistischer Printprodukte notwendig sind. Dazu gehören vor allem die Marktbeobachtung und Marktforschung, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie, die Entwicklung neuer Angebote sowie Marketing, Buchhaltung, Personalentwicklung, Unternehmensplanung und das Lieferantenmanagement.

Zu den Kernaufgaben eines Verlages gehört es, ein Geschäftsmodell zu etablieren, das die Erlöse generiert, die notwendig sind, um die Kosten des operativen Geschäfts zu decken, Investitionen zu finanzieren und die Renditeerwartungen der Anteilseigner zu befriedigen. Verlage agieren dabei wie viele andere Medienunternehmen auf einem zweiseitigen Markt: Auf dem Lesermarkt bieten sie journalistische Produkte an; auf dem Anzeigenmarkt wird die Aufmerksamkeit der Leser für diese Produkte vermarktet.

Etablierte Geschäftsmodelle von Verlagen generieren in der Regel auf beiden Märkten Erlöse, indem sie einerseits Einzelausgaben von Zeitungen und Zeitschriften verkaufen bzw. im Abonnement anbieten und andererseits Anzeigen von werbetreibenden Unternehmen gegen Entgelt in ihren Produkten abdrucken. Verbreitet sind auch Geschäftsmodelle, etwa bei Anzeigenblättern, die auf dem Lesermarkt Produkte kostenfrei anbieten und sich allein durch Anzeigenerlöse refinanzieren. Eher selten sind Zeitungen und Publikumszeitschriften, die sich allein aus Vertriebserlösen finanzieren. Ausgelöst durch Reichweitenverluste und eine Verschiebung von Media-Budgets aus dem Printmarkt in den Online-Bereich haben die Vertriebserlöse jedoch insbesondere bei Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.

Erste Zeitungsverlage in Deutschland sind im 17. Jahrhundert entstanden – in enger Folge zur Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern. Aus dieser Gründungsepoche ergibt sich die typische – allerdings keineswegs zwingende – Kombination einer Druckerei mit einem Verlag. Die Grundstruktur des Verlages modernen Zuschnitts und das dominante Geschäftsmodell der Branche sind hingegen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden – als Rekombination aus technischen (Rotationsdruck), gesellschaftlichen (Massenpublika), rechtlichen (Pressefreiheit) und wirtschaftlichen (frei verfügbares Risikokapital) Inventionen.

Spezifische Rahmenbedingungen von Medienmärkten (vor allem eine starke Fixkostendegression in Kombination mit Netzwerkeffekten) begünstigen auch unter Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen Konzentrationstendenzen, die sich im Zuge der Digitalisierung weiter verstärkt haben. Ein Indikator dafür ist die kontinuierlich sinkende Zahl publizistischer Einheiten sowie die Dominanz weniger Verlagsgruppen sowohl auf dem Leser- als auch auf dem Anzeigenmarkt – selbst im Bereich der traditionell eher mittelständisch geprägten → Lokal- und Regionalzeitungsbranche.

Ein Verlag besteht typischerweise aus der Verlagsleitung, einer kaufmännischen Abteilung, der Anzeigenabteilung, der Vertriebsabteilung, der Logistik-Abteilung, der Redaktion und einer Druckerei. Die Redaktion nimmt dabei einer Sonderrolle ein, da der professionelle Orientierungshorizont der Journalisten in der Redaktion im Gegensatz zu allen anderen Abteilungen ein primär publizistischer und nicht wirtschaftlicher ist (siehe →  Redaktionsorganisation). Allerdings sind Verlage Tendenzbetriebe: Dies erlaubt es der Verlagsleitung, die publizistische Linie des Blattes zu bestimmen und räumt ihr eine privilegierte Stellung bei der Gestaltung von Arbeitsverhältnissen ein, um diese Linie durchzusetzen.

Im Zuge der Digitalisierung und Mediatisierung der Gesellschaft stehen Verlage und ihre tradierten Geschäftsmodelle unter hohem Innovationsdruck. Die über Jahrzehnte äußerst attraktive Ertragslage von Verlagen ermöglicht diesen einerseits Investitionen in neue Geschäftsfelder. Anderseits führt sie mitunter auch zu strategischer Inflexibilität. Viele Verlage haben inzwischen zahlreiche Angebote jenseits von Printtiteln aufgebaut, insbesondere im Online-Bereich. Daher firmieren sie häufig nicht mehr als Verlag, sondern als Medienhaus, um die Vielfalt ihrer Ausspielkanäle zu betonen (siehe auch → Mediensystem, → Ökonomie des Journalismus).

Literatur:

Altmeppen, Klaus-Dieter: Journalismus und Medien als Organisationen. Leistungen, Strukturen und Medienmanagement. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2006.

Birkner Thomas: Das Selbstgespräch der Zeit. Die Geschichte des Journalismus in Deutschland 1605 – 1914. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2012.

Breyer-Mayländer, Thomas (Hrsg.): Vom Zeitungsverlag zum Medienhaus. Geschäftsmodelle in Zeiten der Medienkonvergenz. Wiesbaden [Gabler] 2015.

Gläser, Martin: Medienmanagement. 3. Auflage. München [Vahlen] 2014.

Hass, Berthold. H.: Geschäftsmodelle von Medienunternehmen. Ökonomische Grundlagen und Veränderungen durch neue Informations- und Kommunikationstechnik. Wiesbaden [Springer Fachmedien] 2013.

Von Rimscha, Bjørn; Siegert, Gabriele: Medienökonomie. Eine problemorientierte Einführung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2015.

Volontär*in

Wortherkunft: Stammt aus der französischen Militärsprache zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Der Volontier/Volonteur (frz. volontaire = freiwillig) ist der freiwillig ohne Sold dienende Soldat; ab Mitte des 19. Jahrhunderts in zivile Bereiche übertragen, v. a. beruflich in den kaufmännischen Bereich oder eine Redaktion (DWDS).

Definition:

Eine Volontärin/ein Volontär ist eine Auszubildende/ein Auszubildender in einer Redaktion, die sowohl in Medien als auch in der Presseabteilung anderer Wirtschaftsbetriebe angesiedelt sein kann. In der Regel dauert die Ausbildung zwei Jahre und wird tariflich vergütet (DJV).

Geschichte:
Der Journalismus galt bis ins 20. Jahrhundert hinein als Begabungsberuf. Mit der Verberuflichung ab Mitte des 19. Jahrhunderts stiegen die Anforderungen an die Qualifikationen und Kompetenzen der → Journalisten. Schon vor dem Ersten Weltkrieg begann eine Diskussion um die Theorie-Praxis-Ausbildung, die bis heute andauert. Die ersten Verleger- und Journalistenverbände stritten über die Frage, ob Journalisten völlig frei in der Praxis ausgebildet und zusätzlich an einer Hochschule Zeitungskunde studieren sollten (Mohm 1964). In einer Resolution beschlossen die Delegierten bei der Versammlung des Reichsverbandes der deutschen Presse im Mai 1913, dass die „praktische journalistische Berufsbildung […] gemeinsame Sache der Verleger und Journalisten“ und „nur im Zeitungsbetriebe selbst möglich“ sei (Mohm 1964: 44). Die Verbände sollten Ausbildungsmöglichkeiten erörtern und feststellen, „welche Zeitungen gewillt und geeignet sind, Volontäre aufzunehmen und zu schulen“ (ebd.). Gleichzeitig sollten auf die neu einzurichtenden Lehrstühle für Zeitungskunde Persönlichkeiten berufen werden, „denen Erfahrungen aus der Praxis zur Verfügung stehen“ (ebd.).

Die beiden Weltkriege unterbrachen die Debatte, die nach 1945 aber schnell wieder aufgenommen wurde. In deren Zentrum blieb die Uneinigkeit in der Frage der notwendigen Akademisierung in Form von Journalistik-Studiengängen an Universitäten und Hochschulen, deren Zahl ab den 1970er Jahren (Hömberg 2002;  Harnischmacher 2010) stark anstieg. Für das Volontariat wurden Grundsätze formuliert, die der Deutsche Journalistenverband DJV als unverbindliche „minimale Rahmenbedingungen“ betrachtete (DJV 2020). Rechtssicherheit brachte erst der 1990 in Kraft getretene Tarifvertrag, der 2016 überarbeitet wurde und frühestens ab Ende 2020 kündbar ist (BDZV 2016). Das Volontariat muss demnach in mindestens drei Ressorts oder Themenfeldern absolviert werden; ein → Ausbildungsredakteur trifft sich regelmäßig mit den Auszubildenden; außerdem sind im Ausbildungsplan auch außerbetriebliche Maßnahmen festzulegen, wie beispielsweise Seminare an Akademien.

Gegenwärtiger Zustand:
Die Zweigleisigkeit des akademischen und des berufspraktischen Weges in den Journalismus besteht bis heute. In Studiengänge wie die an den Universitäten Dortmund und Leipzig sind Volontariate integriert, in andere wiederum Pflichtpraktika, die allerdings ein Volontariat im Medienunternehmen (auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk) nicht ersetzen. Verlage (wie Springer, Burda, Gruner & Jahr) und private Rundfunkanstalten (wie RTL) betreiben Journalistenschulen; andere Träger (wie z. B. Kirchen, Verbände) finanzieren Akademien und Programme zur Aus- und Weiterbildung. Die großen Journalistenorganisationen DJV und dju geben Empfehlungen zu Volontariaten (Überblick in DJV 2020).

Der Abschluss des Ausbildungstarifvertrages war ein wichtiger Schritt zur weiteren Professionalisierung der Journalistenausbildung. Zwischen Verlagen und Volontären werden Verträge abgeschlossen, die Struktur, Ziele, Aufgaben und Inhalte der Ausbildung festschreiben (DJV-AG Bildung 2008, AG Volontariat Bayern 2018). Aber bis heute wird die herrschende Praxis in vielen Häusern kritisiert: Es bleibe häufig beim Learning by Doing, die verlagsinternen Schulungen seien mangelhaft und die Ausbildungsbeauftragten überfordert (Kaiser 1992). Auch Jahre später besteht die Kritik an mangelnder Betreuung, zu starker Praxisfokussierung und am Einsatz der Auszubildenden als volle Arbeitskräfte (Feyder 2000). Aktuell werden die Einstiegsmöglichkeiten in die Branche als „so gut wie seit Jahren nicht mehr“ bewertet (Schröder 2019: 12): Das Angebot hat sich vervielfacht und ausdifferenziert: „Rund 1400 Tageszeitungen (mit ihren Regionalredaktionen) bieten Volontariate an“ (Schröder 2019: 12). Zusätzlich zu Volontärsstellen bei Verlagen, öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunksendern sowie den über 65 Studiengängen konstatieren Experten ein „Überangebot an Ausbildungsmöglichkeiten“ (Schröder 2019: 13). Allerdings interessieren sich immer weniger junge Menschen für ein Volontariat, insbesondere bei Lokalzeitungen (Schneider 2019) – obwohl mittlerweile crossmediale Kompetenzen auf der Ausbildungsagenda stehen.

Forschungsstand:
Das Volontariat war und ist nie eigenständiger Forschungsgegenstand, sondern eingebettet in das Thema → Journalisten-Ausbildung (Altmeppen/Hömberg 2002; Harnischmacher 2010; Gossel/Konyen 2019; Dernbach 2019). Die Akademisierung in der Branche setzt sich fort: In der Mehrheit haben → Redakteure ein sozial-, geistes- oder kulturwissenschaftliches Studium abgeschlossen, seit Jahrzehnten steigt aber auch der Anteil der Absolventen im Studienfeld Journalistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft, mit im Lehrplan verankerten praktischen Seminaren; gleichzeitig ist das Volontariat fester Teil der beruflichen  Laufbahn. Im Sammelband von Britta Gossel und Kathrin Konyen sind sowohl die Bilanzen der hochschulgebundenen als auch der Praxis-Ausbildung selbstkritisch positiv. Aber eine empirische Studie (Gossel 2019) zeigt, dass die Digitalisierung einerseits und die seit Jahren fortschreitende Selbstständigkeit neue Kompetenzen erfordern, vor allem technische im Umgang mit den digitalen Verbreitungskanälen und unternehmerische als freie Journalisten. Die Ausbildungseinrichtungen stellen sich darauf offensichtlich nur langsam ein. Angesichts des rasanten Wandels der Medien und des Journalismus wird sich dieses Dilemma so schnell nicht auflösen: Für die Ausbildungseinrichtungen bleibt weiter die Herausforderung bestehen, ob sie Volontäre „fit für den Markt“ machen und/oder sie zeitgemäß auf den Beruf und ihre Tätigkeit in ihrem Unternehmen vorbereiten (Gossel/Konyen 2019b).

Literatur:

Altmeppen, Klaus-Dieter; Walter Hömberg: Traditionelle Prämissen und neue Ausbildungsangebote. Kontinuitäten oder Fortschritte in der Journalistenausbildung? In: dies. (Hrsg.): Journalistenausbildung für eine veränderte Medienwelt. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2002, S. 7-13.

Arbeitskreis Volontariat Bayern:  Muster-Curriculum für die Ausbildung von Volontären und Volontärinnen in Bayern, 2018. https://volontariat-bayern.de/de/infos-rund-ums-volontariat [20.07.2020]

BDZV: Tarifvertrag über das Redaktionsvolontariat, 2016. https://www.bdzv.de/fileadmin/user_upload/Tarifvertrag_Volontariat_Tageszeitungen_2016.pdf [20.07.2020]

Dernbach, Beatrice: Der wissenschaftlich-analytische Blick auf die akademische Journalistenausbildung in Deutschland. In: Gossel, Britta M.; Kathrin Konyen (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019, S. 71-79.

Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju): Volontariat im Journalismus. https://dju.verdi.de/junge-dju/aus-und-weiterbildung/++co++e8d4a1e2-df04-11e2-8244-525400438ccf [20.07.2020]

DJV: Journalist werden: Das Volontariat. 2020. https://www.djv.de/startseite/info/themen-wissen/aus-und-weiterbildung/volontariat.html [20.07.2020]

DJV: Journalistische Ausbildung im Redaktionsvolontariat. https://www.djv.de/fileadmin/user_upload/Der_DJV/DJV_Infobrosch%C3%BCren/DJV_INFO_Redaktionsvolontariat_Torstr..pdf [20.07.2020]

DJV-AG Bildung und Qualität: Musterausbildungsplan für Volontärinnen/Volontäre an Tageszeitungen. 2008. https://www.djv.de/startseite/info/themen-wissen/aus-und-weiterbildung/mustervertraege-ausbildungsplaene-und-vordrucke [04.08.2020]

DWDS: Volontär. https://www.dwds.de/wb/Volont%C3%A4r [20.07.2020]
Feyder, Manuela: Start-up im Team. In: Journalist, 12, 2000, S. 12-17.

Fleischer, Walburga: Schüler statt Volontäre. In: Journalist, 10, 2000, S. 58-59.

Gossel, Britta M.: Eine empirische Studie zur Journalistenausbildung aus Sicht junger Journalistinnen und Journalisten. In: Gossel, Britta M.; Kathrin Konyen (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019, S. 7-68.

Gossel, Britta M.; Kathrin Konyen: Einleitung. In: dies. (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019a, S. 1-6.

Gossel, Britta M.; Konyen, Kathrin: Und nun? Quo Vadis Journalistenausbildung? In: dies. (Hrsg.): Quo Vadis Journalistenausbildung. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2019b, S. 203-207.

Harnischmacher, Michael (2010): Journalistenausbildung im Umbruch. Konstanz [UVK] 2010.

Hömberg, Walter: Expansion und Differenzierung. Journalismus und Journalistenausbildung in den vergangenen drei Jahrzehnten. In: Altmeppen, Klaus-Dieter; Walter Hömberg (Hrsg.): Journalistenausbildung für eine veränderte Medienwelt. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2002, S. 17-30.

Kaiser, Ulrike: Ausbildung nach dem Tarifvertrag: Hürden-Lauf. In: Journalist, 11, 1992, S. 10-17.

Mohm, Siegfried H.: Die Ausbildung des Journalisten-Nachwuchses in Deutschland. Nürnberg [Universität Dissertation] 1964.

Schneider, Annika: Zukunft des Zeitungsvolontariats: Bewerbermangel bei Lokalblättern, 2019. https://www.deutschlandfunk.de/zukunft-des-zeitungsvolontariats-bewerbermangel-bei.2907.de.html?dram:article_id=442307 (20.07.2020)

Schröder, Catalina: Die Chancen stehen gut.
Journalist 9, 2019, S. 12-19.

Volontariat


Das Volontariat ist eine Ausbildung in einer Redaktion, die sowohl in Medien als auch in der Presseabteilung anderer Wirtschaftsbetriebe angesiedelt sein kann. In der Regel dauert die Ausbildung der Volontäre/Volontärinnen zwei Jahre und wird tariflich vergütet.
Siehe → Volontär