Click-Baiting

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Wortherkunft: engl. to click = klicken; engl. to bait = hier: ködern, anlocken

Der Begriff Click-Baiting beschreibt eine Strategie von Betreibern von Internetseiten, die Aufmerksamkeit für die eigenen Inhalte und die Interaktionsrate zwischen Internetseite und Nutzern zu maximieren. Die Strategie zielt darauf ab, dass Nutzer zu einem großen Teil nur → Überschriften und → Teaser von Online-Texten überfliegen und auf dieser Basis entscheiden, ob sie den vollen Text lesen oder den Beitrag mit anderen Nutzern in sozialen Online-Netzwerken teilen und damit für zusätzliche Aufmerksamkeit für einen Text sorgen.

Seitenbetreiber, die Click-Baiting anwenden, versehen daher Meldungen mit Überschriften und Teasern, die den Nachrichtenkern sprachlich wie inhaltlich extrem zuspitzen, um die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zu ziehen und hohe Erwartungen für den Fließtext zu wecken, die die Meldung in der Regel nicht einlösen kann. Verbunden wird diese Strategie zudem oft mit einer konsequenten → Suchmaschinen-Optimierung der Beiträge, um auch bei Suchanfragen zu einem bestimmten Thema möglichst weit vorn zu sein.

Ziel des Click-Baitings ist es, viele Zugriffe auf die eigene Seite zu generieren, die dann an Werbetreibende vermarktet werden können. Publizistische Ziele sind eher nachrangig. Im Zuge des Click-Baitings werden Verstöße gegen professionelle Normen hinsichtlich des Zielkonflikts von legitimen Nutzungsanreizen sowie sprachlicher und inhaltlicher Präzision zumindest billigend in Kauf genommen.

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Lars Rinsdorf
*1971, Prof. Dr., ist Studiendekan des Studiengangs Crossmedia-Redaktion/Public Relations an der Hochschule der Medien Stuttgart. Er hat Journalistik und Raumplanung an der Universität Dortmund studiert und dort 2003 promoviert. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehören Medien- und Verlagsmanagement, Rezeptionsforschung, Forschung und Entwicklung in Medienunternehmen sowie Medienmarken. Kontakt: rinsdorf(at)hdm-stuttgart.de