Mettage

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Bei der früheren Zeitungsherstellung montierten spezialisierte Schriftsetzer, die Metteure (frz. mettre = setzen, stellen, legen), die Druckform einer Seite. Dazu stellten sie die in Blei gegossenen Textzeilen und Überschriften sowie die Klischees der Fotos oder Anzeigen nach dem Layout der meist anwesenden Redakteure in einen Schließrahmen (auch: Schiff oder Seitenschiff). Dieses Zusammenbauen der Seite war der Umbruch. Die entsprechende Abteilung des Druckunternehmens, auch den Umbruchprozess selbst, nannte man Mettage.

Von der in Blei umbrochenen und spiegelverkehrten Seite erhielten Korrektorat und Redaktion Korrekturabzüge (auch: Fahnen oder Druckfahnen). Nach letzten Änderungen und der Imprimatur (Druckerlaubnis) fuhr man die schweren Schiffe aus der Mettage in die nächste Produktionsabteilung. Dort wurde auf die Bleiseiten ein weicher Karton aus Pappe und Plastik gepresst. Dieser positive Abdruck, die Mater, ließ sich biegen und wiederum mit Blei zur runden Negativform für den Druckzylinder der Rotation ausgießen.

Metteure (Montierer) und Mettage existierten nach dem Ende des Bleisatzes vorübergehend auch noch im Klebeumbruch, als die Zeitungsseiten an Leuchtwänden mit gewachstem Papier zur Druckvorbereitung zusammengestellt wurden. In der modernen Zeitungsproduktion ist die Mettage verschwunden; der Umbruch erfolgt nur noch am Computer. Damit entfällt auch etwas, das jahrhundertelang den Beruf des Journalisten prägte: der unmittelbare Kontakt zwischen Metteuren und Redakteuren. Die selbstbewussten und politisch oft sehr interessierten Facharbeiter in der Mettage waren am Abend die ersten kritischen Leser der Journalisten, die ihnen beim Umbruch nicht selten ihre Meinung sagten (vgl. → Jargon).